Der Streit um die Anwen­dung eines Tarifs­ver­trags – und die Ele­men­ten­fest­stel­lungs­kla­ge

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BAG, der sich das Arbeits­ge­richt anschließt, kann ein Arbeit­neh­mer ein berech­tig­tes Inter­es­se an der Fest­stel­lung haben, dass ein bestimm­ter Tarif­ver­trag auf sein Arbeits­ver­hält­nis anzu­wen­den ist (sog. Ele­men­ten­fest­stel­lungs­kla­ge).

Der Streit um die Anwen­dung eines Tarifs­ver­trags – und die Ele­men­ten­fest­stel­lungs­kla­ge

Eine ent­spre­chen­de Fest­stel­lung ist geeig­net, eine Viel­zahl von Ein­zel­fra­gen zu klä­ren, die sich an des­sen Anwend­bar­keit knüp­fen 1.

Vor­lie­gend strei­ten sich die Par­tei­en dar­um, ob der Arbeits­ver­trag des Arbeit­neh­mers die Rah­men- und Lohn­ta­rif­ver­trä­ge dyna­misch in Bezug nimmt. Inso­fern geht es den Par­tei­en um die Klä­rung, wel­che Tarif­ver­trä­ge in wel­cher Fas­sung auf das Arbeits­ver­hält­nis des Arbeit­neh­mers Anwen­dung fin­den. Mit der Klä­rung die­ser Fra­ge las­sen sich zahl­rei­che Fol­ge­strei­tig­kei­ten, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich etwai­ger zukünf­ti­ger Tarif­lohn­er­hö­hun­gen, ver­mei­den. Die­ses Ziel könn­te der Arbeit­neh­mer nicht mit einer Leis­tungs­kla­ge effek­ti­ver errei­chen, da bei einer sol­chen nicht geklärt wür­de, ob der Arbeit­neh­mer auch zukünf­ti­ge tarif­li­che Lohn­er­hö­hun­gen bean­spru­chen könn­te. Inso­fern kommt dem Arbeit­neh­mer das erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se zu.

Arbeits­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 24. Febru­ar 2016 – 27 Ca 435/​15

  1. BAG v. 26.08.2015 – 4 AZR 719/​13, Rn. 10 mwN[]