Kün­di­gung eines Arbeits­ver­hält­nis­ses: Wis­sens­wer­tes für Arbeitnehmer

Im Leben vie­ler Men­schen kommt es ein­mal oder sogar mehr­fach vor, dass sie ein bestehen­des Arbeits­ver­hält­nis been­den möch­ten. Dann ist es erfor­der­lich, eine Kün­di­gung aus­zu­spre­chen, die aber bestimm­ten Vor­ga­ben ent­spre­chen muss, um rechts­kräf­tig zu sein. Arbeit­neh­mer müs­sen daher eini­ge rele­van­te Punk­te beach­ten, wenn sie eine Kün­di­gung ein­rei­chen möch­ten. Dazu gehört neben der Kün­di­gungs­frist auch eine ange­mes­se­ne For­mu­lie­rung und das Über­mit­teln in Schriftform.

Kün­di­gung eines Arbeits­ver­hält­nis­ses: Wis­sens­wer­tes für Arbeitnehmer

Was genau ist eine Kün­di­gung im Arbeitsrecht?

Unter einer Kün­di­gung im Bereich Arbeits­recht ver­ste­hen Rechts­ex­per­ten eine Wil­lens­er­klä­rung von­sei­ten des Arbeit­neh­mers oder auch des Arbeit­ge­bers, die den Wunsch nach einer Been­di­gung des bestehen­den Arbeits­ver­hält­nis­ses aus­drückt. Mit dem Ein­gang und der Kennt­nis­nah­me der Kün­di­gung bei der Gegen­sei­te wird die­se rechts­kräf­tig. Es han­delt sich also um ein emp­fangs­be­dürf­ti­ges Doku­ment. Eine Kün­di­gung bedarf dar­über hin­aus immer einer schrift­li­chen Aus­füh­rung. Ein Erstel­len etwas per E‑Mail ist nicht zuläs­sig, da der Kün­di­gen­de das Schrei­ben unbe­dingt per­sön­lich unter­zeich­nen muss.

So wich­tig ist das Ein­hal­ten der Kündigungsfrist

Ein Arbeits­ver­hält­nis kann nur in den wenigs­ten Fäl­len unmit­tel­bar und mit sofor­ti­ger Wir­kung auf­ge­löst wer­den. Grund­sätz­lich gilt eine gesetz­li­che Kün­di­gungs­frist, die abhän­gig von der Dau­er der Beschäf­ti­gung im Unter­neh­men vari­iert. So gilt für eine Beschäf­ti­gungs­dau­er von bis zu sechs Mona­ten eine Frist von zwei Wochen. Wer bis zu zwei Jah­re für den­sel­ben Arbeit­ge­ber tätig war, hat eine Kün­di­gungs­frist von vier Wochen ein­zu­hal­ten. Aus­nah­men stel­len bei­spiels­wei­se Kün­di­gun­gen inner­halb der Pro­be­zeit dar, die an kei­ne bezie­hungs­wei­se an kür­ze­re Fris­ten gebun­den sind. Es ist essen­zi­ell, im Rah­men einer Kün­di­gung auch das Datum des Aus­schei­dens mit­zu­tei­len, so etwa mit der Nen­nung eines genau­en Datums. Eine Anga­be von Grün­den für die Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ist all­ge­mein nicht erfor­der­lich – es sei denn, es han­delt sich um eine frist­lo­se Kündigung.

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Wann ist eine frist­lo­se Kün­di­gung von Arbeit­neh­mer­sei­te möglich?

Grund­sätz­lich ist es aus Sicht des Arbeits­neh­mers jeder­zeit und immer ohne Anga­be von Grün­den mög­lich, das Arbeits­ver­hält­nis zum nächst­mög­li­chen Zeit­punkt zu been­den. Dies gilt für eine soge­nann­te ordent­li­che Kün­di­gung inner­halb der gel­ten­den Frist. Anders sieht es aus, wenn eine außer­or­dent­li­che Kün­di­gung aus­ge­spro­chen wird. Die­se kann vom Arbeit­neh­mer, aber auch vom Arbeit­ge­ber aus­ge­hen. Eine außer­or­dent­li­che Kün­di­gung ist nur dann mög­lich, wenn wich­ti­ge und trif­ti­ge Grün­de vor­lie­gen, die ein Wei­ter­füh­ren des Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses auch nur für die Dau­er der Kün­di­gungs­frist unmög­lich machen. Dazu kön­nen bei­spiels­wei­se gra­vie­ren­de Pflicht­ver­let­zun­gen der Gegen­sei­te gehö­ren. Im Arbeits­recht sind kei­ne abso­lu­ten Grün­de für frist­lo­se Kün­di­gun­gen vor­han­den; es wird daher immer nach Ein­zel­fall ent­schie­den, ob das sofor­ti­ge Been­den des Arbeits­ver­hält­nis­ses zuläs­sig ist oder nicht. Hel­fen kann in die­sem Zusam­men­hang ein kom­pe­ten­ter Anwalt für Arbeits­recht in Mün­chen.

Kün­di­gun­gen durch den Arbeit­neh­mer: Wie sieht es mit Arbeits­lo­sen­geld aus?

Erfolgt eine Kün­di­gung durch den Arbeit­neh­mer, kann dies Aus­wir­kun­gen auf die Zah­lung von Arbeits­lo­sen­geld I haben. Wer sein Arbeits­ver­hält­nis ohne für die Behör­de trif­ti­ge Grün­de been­det, erhält eine Sperr­zeit, die zwi­schen einer und zwölf Wochen betra­gen kann. Wäh­rend die­ser Zeit erfol­gen kei­ne finan­zi­el­len Leis­tun­gen. Dies kann eine gro­ße finan­zi­el­le Her­aus­for­de­rung dar­stel­len, da bis zu drei Mona­te lang kei­ner­lei Ein­kom­men erzielt wird. Dies gilt übri­gens auch, wenn der Arbeit­neh­mer zwar nicht selbst kün­digt, aber mit sei­nem Ver­hal­ten eine Kün­di­gung vom Arbeit­ge­ber pro­vo­ziert. Es ist rat­sam, bereits im Vor­feld einer geplan­ten Kün­di­gung Kon­takt zur Agen­tur für Arbeit auf­zu­neh­men und sich über die indi­vi­du­el­len Gege­ben­hei­ten zu informieren.

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  • Abschied,Trennung,Kündigung,: Pixabay (User: geralt)