Tarif­li­che Aus­schluss­fris­ten

Tarif­ver­trag­li­che Aus­schluss­fris­ten bezwe­cken, dass sich der Anspruchs­geg­ner auf die aus Sicht des Anspruchs­stel­lers noch offe­nen For­de­run­gen recht­zei­tig ein­stellt, Bewei­se sichert oder vor­sorg­lich Rück­la­gen bil­den kann 1. Aus­schluss­fris­ten die­nen der Rechts­si­cher­heit 2. Die ver­spä­te­te Gel­tend­ma­chung oft zwei­fel­haf­ter oder rück­wir­kend schwer fest­stell­ba­rer Ansprü­che soll ver­mie­den wer­den.

Tarif­li­che Aus­schluss­fris­ten

Zur Gel­tend­ma­chung im Sin­ne tarif­li­cher Aus­schluss­fris­ten gehört, die ande­re Sei­te zur Erfül­lung des Anspruchs auf­zu­for­dern. Der Anspruchs­in­ha­ber muss unmiss­ver­ständ­lich zum Aus­druck brin­gen, dass er Inha­ber einer bestimm­ten For­de­rung ist und auf deren Erfül­lung besteht. Die Gel­tend­ma­chung setzt vor­aus, dass der Anspruch sei­nem Grun­de nach hin­rei­chend deut­lich bezeich­net und die Höhe des Anspruchs, sowie der Zeit­raum, für den er ver­folgt wird, mit der für den Schuld­ner not­wen­di­gen Deut­lich­keit ersicht­lich gemacht wird. Des­halb müs­sen die Art des Anspruchs sowie die Tat­sa­chen, auf die der Anspruch gestützt wird, erkenn­bar sein. Eine recht­li­che Begrün­dung ist nicht erfor­der­lich 3.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden ‑Würt­tem­berg, Urteil vom 18. Juni 2014 – 13 Sa 71/​13

  1. vgl. BAG 22.04.2004 – 8 AZR 652/​02 – AP BAT‑O §§ 22, 23 Nr. 28; BAG 26.02.2003 – 5 AZR 223/​02AP BGB § 611 Net­to­lohn Nr. 13, EzA TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 163; BAG 10.07.2003 – 6 AZR 283/​02 – EzA TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 168[]
  2. BAG 19.01.1999 – 9 AZR 405/​97 – AP BAT‑O § 70 Nr. 1, zu VI 2 b bb der Grün­de[]
  3. BAG 18.06.2001 – 8 AZR 145/​00 – EzBAT §§ 22, 23 M Nr. 88 mwN[]