Ablau­fen­de Fris­ten – und Stö­run­gen in der EDV-Anla­ge

Zwar stel­len nicht vor­her­seh­ba­re und nicht ver­meid­ba­re Stö­run­gen einer EDV-Anla­ge einen Wie­der­ein­set­zungs­grund dar, wenn sie das recht­zei­ti­ge Erstel­len oder Absen­den eines Schrift­sat­zes ver­hin­dern [1].

Ablau­fen­de Fris­ten – und Stö­run­gen in der EDV-Anla­ge

Im vor­lie­gen­den Fall sah der Bun­des­ge­richts­hof ein dem Klä­ger nach § 85 Abs. 2 ZPO zuzu­rech­nen­des Ver­schul­den sei­ner Pro­zess­be­voll­mäch­ti­gen aber inso­weit nicht aus­ge­räumt: Der Klä­ger hat­te vor­ge­tra­gen, dass sei­ne Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te am 25.02.2013 meh­re­re Schrift­satz­fris­ten in schwie­ri­gen Ver­fah­ren mit zeit­auf­wen­di­ger Vor­be­rei­tung zu wah­ren gehabt habe. Bereits am spä­ten Nach­mit­tag sei­en Pro­ble­me mit der Sprach­er­ken­nung auf­ge­tre­ten, so dass sie an die­sem Tag ihre Schrift­sät­ze min­des­tens drei- bis fünf­mal habe kor­ri­gie­ren und über­ar­bei­ten müs­sen.

Ist die tech­ni­sche Stö­rung an die­sem Tage somit nicht erst bei der Fer­tig­stel­lung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Beru­fungs­be­grün­dung auf­ge­tre­ten, son­dern bereits gerau­me Zeit zuvor, traf die Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Klä­gers die Pflicht, auch den Zeit­auf­wand für die Kor­rek­tur der Beru­fungs­be­grün­dung oder für deren Erstel­lung auf ande­rem Wege zu berück­sich­ti­gen, um gleich­wohl deren recht­zei­ti­ge Ver­sen­dung per Tele­fax sicher­zu­stel­len. Dass ihr dies nicht mög­lich gewe­sen wäre, lässt sich dem Vor­trag des Klä­gers nicht ent­neh­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Febru­ar 2015 – V ZB 75/​13

  1. BGH, Beschluss vom 09.05.2006 – – XI ZB 45/​04, NJW 2006, 2637 Rn. 9; OLG Cel­le, NJW-RR 2003, 1439, 1440; Hk-ZPO/­Sa­en­ger, ZPO, 6. Aufl., § 233 Rn. 30; PG/​Milger, ZPO, 6. Aufl., § 233 Rn. 63; Zöller/​Greger, ZPO, 30. Aufl., § 233 Rn. 23 unter „Tech­ni­sche Stö­rung“[]