Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge – und die Anwalts­ge­büh­ren

Ent­ge­gen einer viel­fach ver­tre­te­nen Ansicht dürf­te – zumin­dest wenn sich die Tätig­keit des Rechts­an­wal­tes in der Anfor­de­rung der Deckungs­zu­sa­ge unter Bei­fü­gung eines Ent­wurfs der Kla­ge­schrift erschöpft – das Vor­lie­gen einer eige­nen Ange­le­gen­heit im Sin­ne des § 15 Abs. 2 RVG zu ver­nei­nen sein 1.

Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge – und die Anwalts­ge­büh­ren

Denn die Annah­me nur einer Ange­le­gen­heit im gebüh­ren­recht­li­chen Sin­ne setzt regel­mä­ßig nicht vor­aus, dass der Anwalt mit einer ein­zi­gen Prü­fungs­auf­ga­be befasst war 2. Ins­be­son­de­re, wenn – wie vor­lie­gend – kein vor­he­ri­ger Hin­weis des Rechts­an­wal­tes auf die Ent­ste­hung geson­der­ter Gebüh­ren fest­ge­stellt wer­den kann, dürf­te eine auf die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge gestütz­te Gebüh­ren­for­de­rung nicht begrün­det sein 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 2015 – IX ZR 206/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 13.12 2011 – VI ZR 274/​10, NJW 2012, 919 Rn. 9[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 13.12 2011, aaO[]
  3. vgl. OLG Cel­le, NJOZ 2011, 802, 804[]