Kein Alko­hol­ver­bot im Frei­staat Bayern

Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat das nach § 24 Abs. 2 der 11. BayIfSMV bay­ern­weit gel­ten­de Alko­hol­ver­bot im öffent­li­chen Raum vor­läu­fig außer Voll­zug gesetzt.

Kein Alko­hol­ver­bot im Frei­staat Bayern

Damit hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof dem Eil­an­trag einer Pri­vat­per­son aus Regens­burg gegen das lan­des­wei­te Alko­hol­ver­bot statt­ge­ge­ben. Die wei­ter bean­trag­te Außer­voll­zug­set­zung der Rege­lun­gen über Kon­takt­be­schrän­kun­gen, über die Schlie­ßung von Biblio­the­ken und Archi­ve sowie über die 15-km-Rege­lung für tages­tou­ris­ti­sche Aus­flü­ge hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof dage­gen abgelehnt.

Nach Ansicht des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs ermög­licht die Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung des § 28a des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes (IfSG) die Anord­nung von Alko­hol­ver­bo­ten nur an bestimm­ten öffent­li­chen Plät­zen. Die Anord­nung eines Alko­hol­ver­bots für die gesam­te Flä­che des Frei­staats Bay­ern über­schrei­te daher die­se bun­des­ge­setz­li­che Verordnungsermächtigung.

Dage­gen hat es der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof abge­lehnt, die vom Antrag­stel­ler eben­falls ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen über Kon­takt­be­schrän­kun­gen, wonach sich Ange­hö­ri­ge eines Haus­stan­des nur noch mit einer Per­son eines ande­ren Haus­stan­des tref­fen dür­fen, vor­läu­fig außer Voll­zug zu set­zen. Die Kon­takt­be­schrän­kun­gen sei­en vom IfSG gedeckt, hin­rei­chend bestimmt und ange­sichts des aktu­el­len pan­de­mi­schen Gesche­hens auch verhältnismäßig.

Hin­sicht­lich der Schlie­ßung von Biblio­the­ken und Archi­ven sah es der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof als offen an, ob die­se ange­sichts feh­len­der Aus­nah­men für Bring- und Abhol­diens­te ver­hält­nis­mä­ßig sei. Bis zu einer end­gül­ti­gen Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che über­wie­ge aber das öffent­li­che Inter­es­se an der Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie das indi­vi­du­el­le Inter­es­se des Antrag­stel­lers an der Nut­zung von Biblio­the­ken und Archiven.

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Den wei­te­ren Antrag, die 15-km-Rege­lung für tages­tou­ris­ti­sche Aus­flü­ge außer Voll­zug zu set­zen, hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof als unzu­läs­sig abge­wie­sen; der Antrag­stel­ler sei von der Rege­lung der­zeit nicht betrof­fen, weil die Rege­lung erst ab einer Sie­ben-Tages-Inzi­denz von 200 gel­te und Regens­burg der­zeit eine viel nied­ri­ge­re Inzi­denz auf­wei­se. Eine Aus­sa­ge über die Recht­mä­ßig­keit der 15-km-Rege­lung ver­mie­den die Ver­wal­tungs­rich­ter damit.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Janu­ar 2021 – 20 NE 21.76