Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt für ver­mö­gens­recht­li­che Angelegenheiten

Ein Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt für ver­mö­gens­recht­li­che Ange­le­gen­hei­ten kann nur dann ange­ord­net wer­den, wenn kon­kre­te Anhalts­punk­te für eine Ver­mö­gens­ge­fähr­dung erheb­li­cher Art vor­lie­gen1.

Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt für ver­mö­gens­recht­li­che Angelegenheiten

Soweit dies zur Abwen­dung einer erheb­li­chen Gefahr für die Per­son oder das Ver­mö­gen des Betreu­ten erfor­der­lich ist, ord­net das Betreu­ungs­ge­richt nach § 1903 Abs. 1 BGB an, dass der Betreu­te zu einer Wil­lens­er­klä­rung, die den Auf­ga­ben­kreis des Betreu­ers betrifft, des­sen Ein­wil­li­gung bedarf (Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt).

Ob dies der Fall ist, hat das Betreu­ungs­ge­richt im Rah­men sei­ner Amts­er­mitt­lungs­pflicht festzustellen.

Auch bei einem umfang­rei­chen Ver­mö­gen des Betreu­ten kann ein Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt aller­dings nur dann ange­ord­net wer­den, wenn kon­kre­te Anhalts­punk­te für eine Ver­mö­gens­ge­fähr­dung erheb­li­cher Art vorliegen.

Der Grund­satz der Erfor­der­lich­keit bedeu­tet dabei auch, dass der Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt je nach den Umstän­den auf einen ein­zel­nen Ver­mö­gens­ge­gen­stand oder eine bestimm­te Art von Geschäf­ten beschränkt wer­den kann2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juni 2021 – XII ZB 73/​21

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 09.05.2018 – XII ZB 577/​17 FamRZ 2018, 1193[]
  2. BGH, Beschluss vom 09.05.2018 – XII ZB 577/​17 FamRZ 2018, 1193 Rn. 16 mwN[]

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