Kein steu­er­li­cher Nach­teils­aus­gleich beim schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleich

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 1b EStG kann der Aus­gleichs­ver­pflich­te­te Leis­tun­gen auf­grund eines schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleichs als Son­der­aus­ga­ben abset­zen, soweit die ihnen zu Grun­de lie­gen­den Ein­nah­men beim ihm – dem Aus­gleichs­ver­pflich­te­ten – der Besteue­rung unter­lie­gen, wofür die aus­ge­gli­che­ne Ren­te maß­geb­lich ist1. Anders als das so genann­te begrenz­te Real­split­ting nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG hängt die­ser Son­der­aus­ga­ben­ab­zug nicht von der Zustim­mung des Aus­gleichs­be­rech­tig­ten ab. Viel­mehr ist der Aus­gleichs­be­rech­tig­te nach § 22 Nr.1c EStG ohne wei­te­res ver­pflich­tet, die Leis­tun­gen aus dem schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleich – soweit sie beim Ver­pflich­te­ten als Son­der­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den kön­nen – sei­ner­seits als Ein­künf­te zu ver­steu­ern. Eine recht­li­che Grund­la­ge für einen steu­er­li­chen Nach­teils­aus­gleich ist daher nicht ersicht­lich2. Dem­ge­mäß wird auch in Recht­spre­chung und Schrift­tum davon aus­ge­gan­gen, dass ange­sichts der genann­ten Rege­lun­gen im Ein­kom­men­steu­er­ge­setz steu­er­li­che Aus­wir­kun­gen des schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleichs die Anwen­dung des § 1587h BGB nicht recht­fer­ti­gen3.

Kein steu­er­li­cher Nach­teils­aus­gleich beim schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleich

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 16. Novem­ber 2009 – 12 UF 70/​09

  1. vgl. dazu das BFH, Urteil vom 15.10.2003 – X R 29/​01, mit Anmer­kung Spie­ker unter juris­PR 2/​2004 Anm. 2
  2. vergl. dazu AG Ber­gisch Glad­bach, Urteil vom 28.11.2007 – Fam­RZ 2008, 1867f – mit zustim­men­der Anmer­kung von Borth
  3. vgl. OLG Cel­le Fam­RZ 1995, 812,814; OLG Düs­sel­dorf Fam­RZ 1997, 677; Mün­che­ner Kom­men­tar/​Glockner, BGB, § 1587 h Rz. 10; Gerhardt/v.Heintschel-Heinegg-Klein/Gutdeutsch, Hand­buch des Fach­an­walts Fami­li­en­recht, 6. Auf­la­ge Rz. 215