Daten­schutz beim Bezug von Arbeits­lo­sen­geld II

Ein Job­cen­ter, dass ohne Wis­sen des Leis­tungs­be­zie­hers mit Nach­fra­gen an des­sen frü­he­ren Ver­mie­ter her­an­tritt – im hier vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall etwa durch Schrei­ben an den Haus- und Grund­be­sit­zer­ver­ein sowie durch Tele­fon­ge­sprä­che mit die­sem und mit dem Ehe­mann der frü­he­ren Ver­mie­te­rin – und hier­durch den Bezug von Arbeits­lo­sen­geld II – Leis­tun­gen mit­teilt, offen­bart unbe­fugt Sozi­al­ge­heim­nis­se des betrof­fe­nen Leis­tungs­emp­fän­gers.

Daten­schutz beim Bezug von Arbeits­lo­sen­geld II

Nach den auch für das SGB II gel­ten­den daten­schutz­recht­li­chen Vor­schrif­ten hat jeder Anspruch dar­auf, dass die ihn betref­fen­den Sozi­al­da­ten von den Leis­tungs­trä­gern nicht unbe­fugt er­hoben, ver­ar­bei­tet oder genutzt wer­den. Das Job­cen­ter kann das Offen­ba­ren der Sozi­al­da­ten hier auch nicht damit recht­fer­ti­gen, dass dies erfor­der­lich gewe­sen sei, um die eige­nen Auf­ga­ben zu erfül­len. Er muss­te in jedem Fall die schutz­wür­di­gen Inter­es­sen der Klä­ger beach­ten und hät­te des­halb vor einer Kon­takt­auf­nah­me mit Drit­ten zunächst das Ein­ver­ständ­nis der Klä­ger ein­ho­len müs­sen.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 25. Janu­ar 2012 – B 14 AS 65/​11 R

  1. vgl. BVerfGE 70, 297 []