Die recht­zei­ti­ge Wei­ter­lei­tung eines Kos­ten­über­nah­me­an­tra­ges

Wird ein Kos­ten­an­trag eines behin­der­ten Men­schen nicht inner­halb von zwei Wochen vom Reha­bi­li­ta­ti­ons­trä­ger bezüg­lich sei­ner Zustän­dig­keit geprüft, muss er auch dann leis­ten, wenn er sich für unzu­stän­dig hält und den Antrag nicht recht­zei­tig an die zustän­di­ge Stel­le wei­ter­lei­tet.

Die recht­zei­ti­ge Wei­ter­lei­tung eines Kos­ten­über­nah­me­an­tra­ges

So das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer schwer­hö­ri­gen Frau, die bei der nicht zustän­di­gen Bun­des­agen­tur für Arbeit einen Antrag auf Kos­ten­über­nah­me für ein Hör­ge­rät gestellt hat. Die Frau aus Nord­hes­sen benö­tig­te das Hör­ge­rät zur Berufs­aus­übung. Nach­dem sie bei der Bun­des­agen­tur für Arbeit die Kos­ten­über­nah­me für ein Hör­ge­rät bean­tragt hat­te, teil­te die­se ihr zwei Mona­te spä­ter mit, dass die Kran­ken­ver­si­che­rung zustän­dig sei, da es sich nicht um eine beruf­li­che, son­dern um eine medi­zi­ni­sche Reha­bi­li­ta­ti­on han­de­le.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung folg­te das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt zwar dem Ein­wand der Bun­des­agen­tur, dass es sich um eine Leis­tung der medi­zi­ni­schen und nicht der beruf­li­chen Reha­bi­li­ta­ti­on han­de­le. Den­noch ver­ur­teil­te es die Bun­des­agen­tur zur Zah­lung, da sie den Antrag der behin­der­ten Frau nicht recht­zei­tig an die Kran­ken­kas­se wei­ter­ge­lei­tet habe. Die Bun­des­agen­tur müs­se daher die Kos­ten für das Hör­ge­rät erstat­ten, obgleich hier­für eigent­lich die Kran­ken­kas­se zustän­dig gewe­sen wäre.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 12. Dezem­ber 2012 – L 6 AL 160/​09