Frei­be­ruf­li­che Sta­ti­ons­ärt­ze?

Sta­ti­ons­ärz­te einer Kli­nik sind kei­ne frei­be­ruf­li­chen Hono­rar­kräf­te son­dern abhän­gig beschäf­tigt, wenn sie in die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on der Sta­ti­on ein­ge­glie­dert sind und kein Unter­neh­mer­ri­si­ko tra­gen.

Frei­be­ruf­li­che Sta­ti­ons­ärt­ze?

Die­se Ansicht ver­trat jetzt das Sozi­al­ge­richt Dort­mund im Fal­le von vier Ärz­ten, die auf der Grund­la­ge von Hono­rar­ver­trä­gen in der neu­ro­lo­gi­schen und der psych­ia­tri­schen Abtei­lung des Kli­ni­kums Arns­berg tätig waren.

Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung (DRV) Bund bean­stan­de­te dies bei einer Betriebs­prü­fung von for­der­te für die Beschäf­ti­gung der Ärz­te Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und Säum­nis­zu­schlä­ge nach.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge des Kli­ni­kums Arns­berg wies das Sozi­al­ge­richt Dort­mund ab. Die Nach­for­de­rung der DRV Bund sei recht­mä­ßig, weil das Kli­ni­kum für die abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung der bei­gela­de­nen Ärz­te kei­ne Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ent­rich­tet habe. Maß­geb­lich für das Vor­lie­gen einer Beschäf­ti­gung sei die Ein­glie­de­rung der Sta­ti­ons­ärz­te in die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on und die Arbeits­ab­läu­fe der Sta­tio­nen. So hät­ten die Ärz­te inner­halb der ver­ein­bar­ten Arbeits­zei­ten wie ihre ange­stell­ten Kol­le­gen im Rah­men der Erfor­der­nis­se der Sta­tio­nen Pati­en­ten behan­delt, Doku­men­ta­tio­nen und Berich­te gele­sen und geschrie­ben sowie an Visi­ten und Bespre­chun­gen teil­ge­nom­men. Für die Pati­en­ten sei es nicht erkenn­bar gewe­sen, dass sie von nicht zum Stamm­per­so­nal gehö­ren­den Hono­rar­ärz­ten behan­delt wur­den. Die Ärz­te hät­ten kein eige­nes Kapi­tal ein­ge­setzt und hät­ten auf Grund des garan­tier­ten Stun­den­lohns nebst Kost und Logis kei­ner­lei Unter­neh­mer­ri­si­ko getra­gen.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 20. Febru­ar 2015 – S 34 R 2153/​13