Kei­ne Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be für Wer­be­spots von Pro­fi­sport­lern

Auf die Hono­ra­re von Pro­fi­sport­lern für die Mit­wir­kung in Wer­be­spots wird, wie jetzt das Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­den hat, kei­ne Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be fäl­lig.

Kei­ne Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be für Wer­be­spots von Pro­fi­sport­lern

Die kla­gen­de Gesell­schaft in dem jetzt vom BSG ent­schie­de­nen Fall ver­mark­tet die Per­sön­lich­keits­rech­te von Pro­fi­sport­lern. Durch ihre Ver­mittlung tra­ten die Pro­fi­bo­xer Vita­li und Wla­di­mir Klitsch­ko seit 2003 in verschie­denen Fernsehwerbe­spots auf, in denen sie für Papier­ta­schen­tü­cher und Kin­ders­nacks war­ben. Die Klä­ge­rin erhielt hier­für von den Pro­du­zen­ten ein Ent­gelt, das sie unter Abzug ihrer Pro­vi­si­on als Hono­rar an die Brü­der Klitsch­ko zahl­te. Die beklag­te Künstlersozial­kas­se hielt die Mit­wir­kung von Pro­fi­sport­lern an sol­chen Wer­be­spots für eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit im Bereich der dar­stel­len­den Kunst, weil es sich um nach einem Dreh­buch gestal­te­te Sze­nen han­de­le, in denen die Pro­fi­sport­ler als Dar­stel­ler auf­trä­ten. Sie hat­te des­halb die Klä­ge­rin ver­pflichtet, auf die den Brü­dern Klitsch­ko gezahl­ten Hono­rare die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be zu zah­len. Das Sozi­al­ge­richt hat der Kla­ge gegen den Abga­ben­be­scheid statt­gegeben.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat die­se Ent­schei­dung bestä­tigt. Pro­fi­sport­ler wer­den durch die Mit­wir­kung in Wer­be­spots nicht zu Künst­lern. Sie wer­den von der wer­be­trei­ben­den Wirt­schaft nicht wegen ihrer dar­stel­le­ri­schen Fähig­kei­ten, son­dern wegen ihrer Be­kanntheit in wei­ten Tei­len der Bevöl­ke­rung und ihrer Vorbildfunk­tion gera­de bei jün­ge­ren Konsumen­ten als Wer­be­trä­ger enga­giert. Es gehört mitt­ler­wei­le zum Berufs­bild von Pro­fi­sport­lern, in der Wer­bung auf­zu­tre­ten und so ihre Persönlich­keitsrechte zu ver­mark­ten. Nicht zu ent­schei­den war die Fra­ge, ob auf ein Hono­rar die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be auch dann nicht zu zah­len ist, wenn ein Profi­sportler eine Rol­le in einem Kino- oder Fern­seh­film über­nimmt.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 24. Janu­ar 2008 – B 3 KS 1/​07 R