Laser­be­hand­lung gegen über­mä­ßi­gen Haar­wuchs

Es besteht kein Anspruch auf Kos­ten­über­nah­me für eine dau­er­haf­te Haar­ent­fer­nung durch eine Laser­be­hand­lung, da die­se Laser­be­hand­lung eine "neue Metho­de" im Sin­ne des Kran­ken­ver­si­che­rungs­rech­tes ist und mit der Nadel­epi­la­ti­on eine wirk­sa­me Behand­lungs­me­tho­de zur Ver­fü­gung steht.

Laser­be­hand­lung gegen über­mä­ßi­gen Haar­wuchs

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Klä­ge­rin, die auch im Gesicht unter über­mä­ßi­gem Haar­wuchs lei­det, den Anspruch auf eine Lasere­pi­la­ti­ons­be­hand­lung abge­lehnt. Die Klä­ge­rin lei­det an einem über­mä­ßi­gen Haar­wuchs (Hirs­utis­mus) ins­be­son­de­re im Gesicht. Sie begehr­te von Ihrer Kran­ken­kas­se die Kos­ten­über­nah­me für eine dau­er­haf­te Haar­ent­fer­nung durch eine Laser­be­hand­lung. Die Klä­ge­rin trug vor, dass die bis­her durch­ge­führ­ten Kran­ken­be­hand­lun­gen nicht zu einer dau­er­haf­ten Redu­zie­rung des Haar­wuch­ses geführt hät­ten. Ledig­lich die Laser­be­hand­lung wir­ke dau­er­haft. Die Nadel­epi­la­ti­on sei wegen der Schmerz­haf­tig­keit der Behand­lung nicht zumut­bar. Die Laser­be­hand­lung sei die ein­zig sinn­vol­le Behand­lungs­me­tho­de. Die bekla­ge Kran­ken­kas­se war der Auf­fas­sung, dass die Über­le­gen­heit der Laser­be­hand­lung bis­lang nicht belegt sei. Die Lang­zeit­ne­ben­wir­kun­gen sei­en völ­lig unge­klärt. Der Klä­ge­rin kön­ne eine Behand­lung durch Nadel­epi­la­ti­on bewil­ligt wer­den.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men aus­ge­führt, dass die Klä­ge­rin durch die Erkran­kung zwar nicht in ihren Kör­per­funk­tio­nen beein­träch­tigt sei. Sie habe aber wegen der ent­stel­len­den Wir­kung des Haar­wuch­ses einen Anspruch auf Behand­lung zu Las­ten der Kran­ken­kas­se. Die Laser­be­hand­lung sei aller­dings eine "neue Metho­de" im Sin­ne des Kran­ken­ver­si­che­rungs­rech­tes. Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss habe noch kei­ne posi­ti­ve Emp­feh­lung über den dia­gnos­ti­schen und the­ra­peu­ti­schen Nut­zen der Metho­de abge­ge­ben. Damit ste­he noch nicht fest, ob die begehr­te Behand­lung dem all­ge­mein aner­kann­ten Stand der medi­zi­ni­schen Erkennt­nis­se ent­spre­che.

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt hat wei­ter aus­ge­führt, dass im vor­lie­gen­den Fall mit der Nadel­epi­la­ti­on eine wirk­sa­me Behand­lungs­me­tho­de zur Ver­fü­gung ste­he. Die­se Behand­lungs­me­tho­de wer­de auch nicht grund­sätz­lich dadurch aus­ge­schlos­sen, dass es sich um ein lang­wie­ri­ges Ver­fah­ren mit hohem Zeit­auf­wand han­de­le und mög­li­cher­wei­se auch mit zeit­wei­li­gen Schmer­zen ver­bun­den sein kön­ne. Den Schmer­zen kön­ne durch eine loka­le Betäu­bung vor­ge­beugt wer­den. Im Übri­gen sei auch die Behand­lung mit­tels Lasere­pi­la­ti­on nicht völ­lig schmerz­frei.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men, Urteil vom 17. Okto­ber 2012 – L 1 KR 443/​11