Mul­ti­fo­ka­le Intrao­ku­lar­lin­sen

In der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung besteht kein Anspruch gegen die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se auf Über­nah­me der Kos­ten für die Ver­sor­gung mit mul­ti­fo­ka­len Intrao­ku­lar­lin­sen.

Mul­ti­fo­ka­le Intrao­ku­lar­lin­sen

Wie jetzt das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­doof in dem Fall einer gesetz­lich ver­si­cher­ten 59 Jah­re alten Klä­ge­rin aus Mönchenglad­bach ent­schied, hat ein gesetz­lich Ver­si­cher­ter kei­nen Anspruch auf Kos­ten­er­stat­tung für die ihm ope­ra­tiv ein­ge­setz­ten sog. mul­ti­fo­ka­len Lin­sen, da die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen nur die Ver­sor­gung mit mono­fo­ka­len Lin­sen anbie­ten. Er kann nach Auf­fas­sung der Düs­sel­dor­fer Sozi­al­rich­ter auch nicht die Erstat­tung in Höhe der Kos­ten ver­lan­gen, die für das Ein­set­zen mono­fo­ka­ler Lin­sen ent­stan­den wä­ren Dies hat die 9. Kam­mer des Sozi­al­ge­richts Düs­sel­dorf hin­sicht­lich .

Die Klä­ge­rin hat­te sich im Rah­men einer sog. Kata­rakt-Ope­ra­ti­on anstel­le der medizi­nisch indi­zier­ten Ver­sor­gung mit mono­fo­ka­len Intrao­ku­lar­lin­sen in bei­de Augen multi­fokale Intrao­ku­lar­lin­sen implan­tie­ren las­sen. Für die­se ärzt­li­che Selbst­zah­ler­leis­tung bezahl­te sie ins­ge­samt rund 4350 €. Die beklag­te Kran­ken­ver­si­che­rung lehn­te die im Nach­hin­ein bean­trag­te Kos­ten­über­nah­me ab.

Die gegen die­se Ableh­nung erho­be­ne Kla­ge wies das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf jetzt ab, da die Beklag­te die Leis­tung zu Recht abge­lehnt habe und es sich auch nicht um eine unauff­schiebbare Leis­tung han­de­le:

Ein Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch bestehe nur, wenn die Kran­ken­kas­se einen Anspruch zu Unrecht abge­lehnt habe und der Ver­si­cher­te vor der Inan­spruch­nah­me der Leis­tung Kon­takt mit der Kran­ken­kas­se auf­ge­nom­men ha­be. Es müs­se also ein Zusam­men­hang zwi­schen der Ableh­nung und dem einge­schlagenen Beschaf­fungs­weg bestehen, d. h. der Ver­si­cher­te müs­se vor jeder The­rapieentscheidung in zumut­ba­rem Umfang um die Gewäh­rung der Behand­lung als Sach­leis­tung bemüht sein.

Auch soweit die Klä­ge­rin ledig­lich Kos­ten­er­stat­tung in der Höhe begehrt, in wel­cher der Beklag­ten Kos­ten für den Ein­satz mono­fo­ka­ler Lin­sen ent­stan­den wären, beste­he kein Anspruch. Der Klä­ger habe grund­sätz­lich nur einen Sach­leis­tungs­an­spruch. Denn das Leis­tungs­sys­tem der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung kön­ne sei­ne Auf­gabe nur erfül­len, wenn die Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen, deren Hil­fe sich die Kran­kenkasse bei der Erbrin­gung von Leis­tun­gen bedie­ne, von den Ver­si­cher­ten auch ge­nügend in Anspruch genom­men wer­den.

Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 19. Mai 2009 – S 9 KR 159/​07 (rechts­kräf­tig)