Stich­tags­re­ge­lung für Eltern­geld

Die gesetz­li­che Stich­tags­re­ge­lung für Eltern­geld ist nach drei aktu­el­len Ent­schei­dun­gen des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ver­fas­sungs­ge­mäß, der Gesetz­ge­ber durf­te Eltern vor dem 1. Janu­ar 2007 gebo­re­ner Kin­der vom Anspruch auf Eltern­geld aus­schlie­ßen, ohne damit gegen das Gleich­be­hand­lungs­ge­bot des Grund­ge­set­zes zu ver­sto­ßen.

Stich­tags­re­ge­lung für Eltern­geld

Zum Jah­res­be­ginn 2007 hat der Gesetz­ge­ber ein Eltern­geld ein­ge­führt und damit die über­kom­me­ne Fami­li­en­leis­tung Erziehungs­geld abge­löst. Grund­sätz­lich wird Eltern­geld für die ers­ten 12 bzw 14 Lebens­mo­na­te des Kin­des gezahlt. Ob Eltern Ansprü­che noch nach dem alten oder schon nach dem neu­en Sys­tem haben, ent­schei­det sich nach dem Geburts­tag ihres Kin­des: Eltern­geld wird erst bei Gebur­ten nach dem 31. Dezem­ber 2006 gewährt, für alle vor­her gebore­nen Kin­der bleibt es beim Erzie­hungs­geld. Bei Kin­dern, die mit dem Ziel der Adop­ti­on in einen Haus­halt auf­ge­nom­men wer­den, ist der Auf­nah­me­zeit­punkt maß­ge­bend.

Die­se Stich­tags­re­ge­lung hat­ten ein Eltern­paar und zwei Mütter als ver­fas­sungs­wid­rig ange­griffen, deren Kin­der am 12. Sep­tem­ber, 29. Novem­ber und 31. Dezem­ber 2006 gebo­ren wor­den sind. Kei­ne der Klä­ge­rin­nen hat Anspruch auf Erzie­hungsgeld, weil alle die dafür maß­ge­ben­den Einkom­mens­grenzen über­schrit­ten. Wegen der Geburts­ta­ge ihrer Kin­der haben sie nach der gesetz­li­chen Rege­lung auch kei­nen Anspruch auf Eltern­geld, das kei­ne Ein­kom­mens­gren­zen kennt. Nach Auffas­sung der Klä­ge­rin­nen hät­te der Gesetz­ge­ber sie ab 1. Janu­ar 2007 mit den Eltern nach dem 31. Dezem­ber 2006 gebo­re­ner Kin­der gleich­stel­len und ihnen von die­sem Zeit­punkt an Anspruch auf Eltern­geld (für den bis zur Voll­endung des 12. bzw 14. Lebens­mo­nats ihres Kin­des ver­blei­ben­den Zeit­raum) ein­räumen müs­sen. Für das Feh­len einer der­art begüns­tigenden Über­gangs­re­ge­lung gebe es kei­nen sach­li­chen Grund. Die statt des­sen gewähl­te Stichtags­regelung ver­sto­ße gegen das Gleichbehand­lungsgebot des Grund­ge­set­zes.

Dem ist das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nicht gefolgt. Die von den Klä­ge­rin­nen gewünsch­te Übergangsrege­lung hät­te Anfang 2007 eine Antrags­flut aus­ge­löst und in vie­len Fäl­len kom­pli­zier­te Vergleichsberech­nungen erfor­dert, ob die Anwen­dung des neu­en Rechts güns­ti­ger war als eine Wei­ter­zah­lung von Erzie­hungs­geld. Die­ser zusätz­li­che Ver­wal­tungs­auf­wand und vor allem erheb­li­che Mehr­aus­ga­ben von – geschätzt – 520 Mio € sind sach­li­che Grün­de, für Eltern von vor dem 1. Janu­ar 2007 gebo­re­nen Kin­dern kein Eltern­geld vor­zu­se­hen. Die Anknüp­fung an den Geburts­tag des Kin­des stellt kei­ne verfas­sungswidrige Här­te dar.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urtei­le vom 23.1.2008 – B 10 EG 3/​07 R; B 10 EG 4/​07 R und B 10 EG 5/​07 R