Der Haftungsbescheid – und die Frage des maßgeblichen Zeitpunkts

Der Eintritt der Zahlungsverjährung des Steueranspruchs berührt die Rechtmäßigkeit eines vor Verjährungseintritt erlassenen Haftungsbescheids regelmäßig nicht1.

Der Haftungsbescheid – und die Frage des maßgeblichen Zeitpunkts

Zahlungen des Steuerschuldners oder eines anderen Haftungsschuldners, die nach der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung bezüglich eines Haftungsbescheids auf die Steuerschuld geleistet werden, haben keinen Einfluss auf die Rechtmäßigkeit des ursprünglichen Haftungsbescheids oder der Zahlungsaufforderung; insoweit kann -auch nach Ablauf der Festsetzungsfrist und nach Abschluss des Verwaltungs- oder Klageverfahrens- ein Widerruf nach § 131 Abs. 1 AO veranlasst sein2.

Dies gilt auch im Fall einer Teilrücknahme, bei der der fortbestehende Teil des ursprünglichen Bescheids nicht Gegenstand einer (erneuten) (Ermessens-)Entscheidung ist3.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 27. Oktober 2014 – VII B 192/13

  1. BFH, Urteil vom 11.07.2001 – VII R 28/99, BFHE 195, 510, BStBl II 2002, 267[]
  2. vgl. BFH, Urteile vom 12.08.1997 – VII R 107/96, BFHE 184, 198, BStBl II 1998, 131; vom 04.12 2007 – VII R 37/06, BFH/NV 2008, 526[]
  3. vgl. BFH-Entscheidungen vom 08.02.2008 – VII B 156/07, BFH/NV 2008, 967; vom 04.11.2003 – VII B 34/03, BFH/NV 2004, 460; vom 02.04.2002 – VII B 310/00, BFH/NV 2002, 1276[]
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