Hat der Kostenschuldner bei der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision nicht erkennbar gemacht, dass er in einem Revisionsverfahren das Klagebegehren nur noch eingeschränkt weiterverfolgen werde, ist für das Beschwerdeverfahren von dem Streitwert im Klageverfahren auszugehen (§ 47 Abs. 3 GKG)1.
Nach § 47 Abs. 2 GKG ist der Streitwert des Revisionsverfahrens zwar grundsätzlich durch den Wert des Streitgegenstands des ersten Rechtszugs begrenzt. Hieraus ergibt sich aber nach ständiger Rechtsprechung keine Bindungswirkung an einen vom Instanzgericht zu niedrig festgesetzten Streitwert; vielmehr kann der Bundesfinanzhof den materiell zutreffenden Streitwert seiner Kostenberechnung zugrunde legen.
Im Hinblick auf einen zu hoch festgesetzten Streitwert gilt nichts anderes2.
Bundesfinanzhof, Beschluss vom 23. August 2023 – XI E 1/23
- vgl. z.B. BFH, Beschlüsse vom 14.02.2007 – IV E 6/06, BFH/NV 2007, 1156, Rz 9; vom 27.04.2022 – VIII E 3/21, BFH/NV 2022, 826, Rz 11; jeweils m.w.N.[↩]
- zur fehlenden Bindungswirkung, vgl. BFH, Beschlüsse vom 26.11.2002 – IV E 2/02, BFH/NV 2003, 338, Rz 7; vom 10.11.2005 – VIII E 5/05, BFH/NV 2006, 576, Rz 9; vom 14.02.2007 – IV E 6/06, BFH/NV 2007, 1156, Rz 10; jeweils m.w.N.[↩]









