Die (erneu­te) Gegen­vor­stel­lung

Einer Gegen­vor­stel­lung feg­kt zumin­dest dann das Rechts­schutz­in­ter­es­se, wenn sie sich gegen einen Beschluss rich­tet, mit dem eine (frü­he­re) Gegen­vor­stel­lung als unzu­läs­sig ver­wor­fen wur­de, weil die­se sich gegen eine nicht abän­der­ba­re Ent­schei­dung (hier: Beschluss über eine Anhö­rungs­rü­ge) rich­te­te.

Die (erneu­te) Gegen­vor­stel­lung

Ist die (frü­he­re) Gegen­vor­stel­lung wegen Unab­än­der­bar­keit der Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs bereits unstatt­haft, kann auch die (erneu­te) Gegen­vor­stel­lung kei­nen Erfolg haben. Denn im Fal­le einer Auf­he­bung des Beschlus­ses müss­te erneut über die (frü­he­re) Gegen­vor­stel­lung ent­schie­den wer­den, die aber aus den­sel­ben Grün­den wei­ter­hin unstatt­haft ist.

Den Rechts­be­helf einer Remons­tra­ti­on kennt die Finanz­ge­richts­ord­nung nicht. Eine Aus­le­gung des Rechts­schutz­be­geh­rens als außer­or­dent­li­che Beschwer­de kam für den Bun­des­fi­nanz­hof hier nicht in Betracht. Denn die­se ist seit Inkraft­tre­ten des § 133a FGO durch das Anhö­rungs­rü­gen­ge­setz vom 09.12 2004 1 zum 1.01.2005 als außer­or­dent­li­cher, gesetz­lich nicht gere­gel­ter Rechts­be­helf nicht mehr statt­haft 2. Der Bun­des­fi­nanz­hof geht daher von einer wei­te­ren (unzu­läs­si­gen) Gegen­vor­stel­lung des Rüge­füh­rers aus.

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te die (frü­he­re) Gegen­vor­stel­lung des Rüge­füh­rers als unzu­läs­sig ver­wor­fen, weil nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts 3 und des Bun­des­fi­nanz­hofs 4 eine Gegen­vor­stel­lung nur noch gegen eine "abän­der­ba­re" Ent­schei­dung des Gerichts erho­ben wer­den kann. Gegen eine nicht abän­der­ba­re Ent­schei­dung ‑wie nach § 133a Abs. 4 Satz 3 FGO eine Anhö­rungs­rü­ge- ist eine Gegen­vor­stel­lung somit nicht mehr statt­haft 5.

Soweit der Rüge­füh­rer behaup­tet, aus dem Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 24.09.2003 6 erge­be sich etwas ande­res, ver­kennt er, dass der Bun­des­fi­nanz­hof dar­in eine Gegen­vor­stel­lung für unzu­läs­sig erach­tet hat und der dor­ti­ge Ver­weis auf den Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 22.10.1986 7 die Rechts­la­ge vor dem maß­geb­li­chen und o.g. Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts betrifft.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 27. Juli 2016 – V S 23/​16

  1. BGBl I 2004, 3220[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 14.02.2012 – IV S 1/​12, BFH/​NV 2012, 967[]
  3. BVerfG, Beschluss vom 25.11.2008 – 1 BvR 848/​07, BVerfGE 122, 190[]
  4. BFH, Beschluss vom 28.05.2010 – III S 11/​10, BFH/​NV 2010, 1651, Rz 3, m.w.N.[]
  5. vgl. BFH, Beschluss vom 22.05.2014 – IV S 11/​14, BFH/​NV 2014, 1391[]
  6. BFH, Beschluss vom 24.09.2003 – II S 3/​03, BFH/​NV 2004, 210[]
  7. BFH, Beschluss vom 22.10.1986 – II B 144/​86, BFH/​NV 1987, 378[]