Land­wirt­schaft oder Gewer­be­be­trieb?

Schafft ein Land­wirt Wirt­schafts­gü­ter an, die er im eige­nen Betrieb nicht benö­tigt, und erbringt er damit Dienst­leis­tun­gen für Drit­te, so wird er von Anfang an gewerb­lich tätig, auch wenn er die betref­fen­den Wirt­schafts­gü­ter gele­gent­lich in der eige­nen Land­wirt­schaft ein­setzt.

Land­wirt­schaft oder Gewer­be­be­trieb?

Von einer geson­der­ten gewerb­li­chen Tätig­keit ist auch dann aus­zu­ge­hen, wenn der Umsatz aus sol­chen Dienst­leis­tun­gen nach­hal­tig ein Drit­tel des Gesamt­um­sat­zes des Land­wirts oder den abso­lu­ten Betrag von 51 500 ? im Wirt­schafts­jahr über­steigt. Wer­den die­se Gren­zen nicht über­schrit­ten, ist die Zuord­nung zu einem gewerb­li­chen Betriebs­ver­mö­gen (erst) dann erfor­der­lich, wenn der Ein­satz für eigen­be­trieb­li­che Zwe­cke gering­fü­gig ist und nach­hal­tig einen Umfang von 10 % unter­schrei­tet.

Für die Ent­schei­dung der Fra­ge, ob eine die­ser Gren­zen nach­hal­tig über- bzw. unter­schrit­ten wur­de mit der Fol­ge, dass ein Gewer­be­be­trieb anzu­neh­men ist, kann ein Beob­ach­tungs­zeit­raum von drei Jah­ren zugrun­de gelegt wer­den. Beruht die Über- bzw. Unter­schrei­tung nicht auf Maß­nah­men, die von Anfang an einen Gewer­be­be­trieb begrün­den, ist nach Ablauf des Beob­ach­tungs­zeit­raums (von drei Jah­ren) ab dem vier­ten Wirt­schafts­jahr ein Gewer­be­be­trieb anzu­neh­men.

Bei Land­wir­ten, die den Gewinn nach § 13a EStG ermit­teln, sind die Erträ­ge aus einem über­be­trieb­li­chen Maschi­nen­ein­satz für ande­re Land­wir­te mit dem Grund­be­trag abge­gol­ten. Dage­gen war der Lohn­an­teil, der in den Ein­nah­men aus den Dienst­leis­tun­gen ent­hal­ten ist, grund­sätz­lich nach § 13a Abs. 8 Nr. 3 EStG a.F. zu erfas­sen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 14. Dezem­ber 2006 – IV R 10/​05