Arbeit­ge­ber­zu­schuss zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung – in der Ein­kom­men­steu­er

Ein steu­er­frei­er Zuschuss ist nach § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Halb­satz 2 EStG aus­schließ­lich mit den Bei­trä­gen für die Basis­leis­tun­gen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 3 zu ver­rech­nen.

Arbeit­ge­ber­zu­schuss zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung – in der Ein­kom­men­steu­er

Nach § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG ist Vor­aus­set­zung für den Abzug der in Abs. 1 Nrn. 2, 3 und 3a bezeich­ne­ten Beträ­ge (Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen), dass sie nicht in unmit­tel­ba­rem wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hang mit steu­er­frei­en Ein­nah­men ste­hen; steu­er­freie Zuschüs­se zu einer Kran­ken- oder Pfle­ge­ver­si­che­rung ste­hen ins­ge­samt in unmit­tel­ba­rem wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hang mit den Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen i.S. des Abs. 1 Nr. 3. Die steu­er­frei­en Zuschüs­se sind daher nicht auf die Bei­trags­an­tei­le für Basis­leis­tun­gen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG und für Zusatz­leis­tun­gen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG auf­zu­tei­len.

Nach der Geset­zes­be­grün­dung 1 wird mit der Rege­lung in § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Halb­satz 2 EStG sicher­ge­stellt, dass Bei­trä­ge zur Absi­che­rung von Mehr­leis­tun­gen bei den pri­vat kran­ken­ver­si­cher­ten Arbeit­neh­mern genau­so behan­delt wer­den wie bei gesetz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Arbeit­neh­mern.

Nach die­sen Maß­stä­ben hat das Finanz­ge­richt zu Recht die voll­stän­di­ge Ver­rech­nung des Arbeit­ge­ber­zu­schus­ses mit den Bei­trä­gen für die Basis­leis­tun­gen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG zuge­las­sen 2. Da im Streit­fall die seit dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2010 gel­ten­de Rege­lung des § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Halb­satz 2 EStG zur Anwen­dung kommt, sind die Grund­sät­ze des BFH, Urteils vom 18.07.1980 3 nicht ein­schlä­gig

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 2. Sep­tem­ber 2014 – IX R 43/​13

  1. BT-Drs. 16/​13429, 44[]
  2. im Ergeb­nis gl.A. FG Ham­burg, Urteil vom 21.09.2012 – 3 K 144/​11, EFG 2013, 26 ‑rechts­kräf­tig-; FG Nürn­berg, Urteil vom 16.01.2013 – 3 K 974/​11, EFG 2013, 843 ‑rechts­kräf­tig-; FG Müns­ter, Urteil vom 20.02.2013 – 7 K 2814/​11 ‑rechts­kräf­tig-; Finanz­mi­nis­te­ri­um Schles­wig-Hol­stein vom 31.05.2011, DStR 2011, 1712, 1713; HHR/​Kulosa, § 10 EStG Rz 306; a.A. Neu­mann, DStR 2013, 388, 388 f.[]
  3. BFH, Urteil vom 18.07.1980 – VI R 97/​77, BFHE 131, 339, BSt­Bl II 1981, 16[]