Ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ge Schenk­krei­se

Gel­der, die ein Steu­er­pflich­ti­ger aus der Teil­nah­me an einem Pyra­mi­den­spiel ("Schenk­kreis") bezieht, unter­lie­gen als sons­ti­ge Ein­künf­te gemäß § 22 Nr. 3 EStG der Ein­kom­men­steu­er.

Ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ge Schenk­krei­se

Der Klä­ger betei­lig­te sich an einem sog. Schenk­kreis, der einen pyra­mi­den­för­mi­gen Auf­stieg vom "Knap­pen" zum "König" zuließ. Neue Mit­spie­ler, die auch der Klä­ger ange­wor­ben hat­te, konn­ten durch eine als Schen­kung bezeich­ne­te Zuwen­dung an den jewei­li­gen "König" in den Schenk­kreis ein­stei­gen. Der Klä­ger ver­ein­nahm­te auf die­se Wei­se 210.000 €, die das Finanz­amt – nach Abzug eines Teil­nah­me­ein­sat­zes – der Besteue­rung nach § 22 Nr. 3 Satz 1 EStG unter­warf.

Die Ansicht des Klä­gers, es habe sich um nicht ein­kom­men­steu­er­ba­re Schen­kun­gen ohne Gegen­leis­tung gehan­delt, teil­te der 5. Senat des FG Müns­ter nicht. Anders als bei einem rei­nen Glücks­spiel habe der Klä­ger eine kon­kre­te Gegen­leis­tung erbracht. Die Gel­der sei­en ihm zuge­flos­sen, weil er neue Teil­neh­mer für das Pyra­mi­den­spiel ange­wor­ben habe. Hier­durch habe sich auch die Chan­ce der bereits vor­han­de­nen Mit­glie­der erhöht, inner­halb der Pyra­mi­de auf­zu­stei­gen und zukünf­tig selbst Gel­der von neu­en Mit­spie­lern zu erhal­ten.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter hat damit sei­ne Recht­spre­chung aus dem 2009 zur Ein­kom­men­steu­er­pflicht von Pyra­mi­den­spie­len 1 noch­mals bestä­tigt.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 18. Janu­ar 2010 – 5 K 1986/​06 E

  1. FG Müns­ter, Urteil vom 22.04.2009 – 12 K 3308/​07[]