Ein­rich­te­kos­ten für Tele­ar­beits­plät­ze

Die Auf­wen­dun­gen für das Ein­rich­ten eines häus­li­ches Tele­ar­beits­plat­zes kön­nen nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs voll­stän­dig abzieh­bar sein und fal­len nicht unter die Abzugs­be­schrän­kun­gen, die für häus­li­che Arbeits­zim­mer gel­ten.

Ein­rich­te­kos­ten für Tele­ar­beits­plät­ze

Im Streit­fall hat­te sich der Klä­ger, ein Ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­ker, nach Maß­ga­be einer Betriebs­ver­ein­ba­rung einen häus­li­chen Tele­ar­beits­platz ein­ge­rich­tet. Sein Arbeit­ge­ber redu­zier­te zugleich die betrieb­li­chen Büro­flä­chen und Schreib­ti­sche. Die Tech­nik des Tele­ar­beits­plat­zes stell­te der Arbeit­ge­ber zur Ver­fü­gung. Der Klä­ger hat­te zu Hau­se zahl­rei­che Schutz­maß­nah­men zu tref­fen.

Der BFH ließ offen, ob die für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer gel­ten­den Abzugs­be­schrän­kun­gen ohne wei­te­res auf Auf­wen­dun­gen eines Arbeit­neh­mers für einen Tele­ar­beits­platz über­tra­gen wer­den kön­nen. Bei ein­zel­nen For­men der Tele­ar­beit (als Tätig­keit an einem dezen­tra­li­sier­ten, exter­nen bzw. ört­lich aus­ge­la­ger­ten Arbeits­platz) könn­ten die betrieb­li­chen Inter­es­sen des Arbeit­ge­bers mög­li­cher­wei­se der Anwen­dung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG ent­ge­gen­ste­hen.

Im Streit­fall waren die Kos­ten für das Ein­rich­ten des häus­li­chen Tele­ar­beits­plat­zes schon des­halb in unbe­schränk­ter Höhe abzieh­bar, weil sich dort der Betä­ti­gungs­mit­tel­punkt des Klä­gers befand. Nach den Fest­stel­lun­gen des FG waren die gesam­ten Arbeits­leis­tun­gen des Klä­gers in qua­li­ta­ti­ver Hin­sicht an allen fünf Arbeits­ta­gen gleich­ar­tig und gleich­wer­tig; an drei Wochen­ta­gen arbei­te­te er zu Hau­se.

Im Übri­gen beton­te der BFH noch­mals, dass es von den zu erwar­ten­den Umstän­den der spä­te­ren beruf­li­chen Tätig­keit abhän­ge, ob und in wel­chem Umfang die Auf­wen­dun­gen eines häus­li­chen Arbeits­zim­mers als vor­ab ent­stan­de­ne Erwerbs­auf­wen­dun­gen abzieh­bar sei­en. Es kom­me nicht dar­auf an, ob die beab­sich­tig­te beruf­li­che Nut­zung im Jahr des Auf­wands bereits begon­nen habe.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 23. Mai 2006 – VI R 21/​03