Haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen auch im Senio­ren­heim

Bewoh­ner eines Senio­ren­heims, die dort über eine eige­ne Woh­nung ver­fü­gen, kön­nen nach einem aktu­el­len Urteil des Finanz­ge­richts Ham­burg für haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen des Heim­be­trei­bers auf­grund eines Heim­ver­trags die Steu­er­ermä­ßi­gung des § 35a EStG in Höhe von maxi­mal 600 € in Anspruch neh­men.

Haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen auch im Senio­ren­heim

In dem Streit­fall hat­te die Klä­ge­rin eine „Kos­ten­auf­stel­lung für steu­er­li­che Zwe­cke“ des Heim­be­trei­bers vor­ge­legt, in der das Hei­ment­gelt in die Bestand­tei­le „Woh­nen, Ver­pfle­gung, Betreu­ung“ betrags­mä­ßig zer­legt und bestimm­ten Ein­zel­leis­tun­gen pro­zen­tu­al zuge­wie­sen wor­den war. Dabei han­del­te es sich um Min­dest­be­trä­ge, die vom Heim­be­trei­ber für alle Heim­be­woh­ner pau­schal kal­ku­liert wor­den waren.

Das FG hat die abge­rech­ne­ten Leis­tun­gen als haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen aner­kannt, soweit sie sich auf die Rei­ni­gung des Appar­te­ments und der Gemein­schafts­flä­chen, die Pfle­ge des gemein­sa­men Gar­tens, auf klei­ne­re Repa­ra­tu­ren und auf die Betreu­ung und Pfle­ge des Steu­er­pflich­ti­gen bezie­hen. Dabei ver­steht das Gericht nicht nur tat­säch­lich erbrach­te Leis­tun­gen, son­dern ins­be­son­de­re auch das Vor­hal­ten eines Bereit­schafts­diens­tes zur Betreu­ung und Pfle­ge alter und kran­ker Men­schen als eine Leis­tung, die als haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen im Rah­men der Ein­kom­men­steu­er zu berück­sich­ti­gen ist.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 5. Mai 2008 – 6 K 175/​05