Preis­gel­der für die Fern­seh­show

Auch der Fis­kus möch­te ger­ne an den in Fern­seh­shows aus­ge­spiel­ten Preis­gel­dern betei­ligt sind. Und die­se Mög­lich­keit räumt ihn jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof auch ein: So hat der BFH in einem jetzt ver­öf­fent­lich­tem Urteil ent­schie­den, dass die Teil­neh­me­rin an einer Fern­seh­show für ihr dort erziel­tes Preis­geld in Höhe von 250.000 € ein­kom­men­steu­er­pflich­tig ist. Das Preis­geld hat­te sie erhal­ten, weil es ihr ent­spre­chend den Vor­ga­ben der Show gelun­gen war, wäh­rend der Show ihre gesam­te Fami­lie und ihre Freun­de dahin gehend zu täu­schen, dass der – vom Sen­der bestimm­te – Mann an ihrer Sei­te “die Lie­be ihres Lebens” sei und sie die­sen trotz aller vom Ver­an­stal­ter ein­ge­bau­ten “Wid­rig­kei­ten” wäh­rend der Sen­dung hei­ra­ten wol­le.

Preis­gel­der für die Fern­seh­show

Ins­be­son­de­re ist ein sol­ches Preis­geld nicht mit Gewin­nen aus Renn­wet­ten ver­gleich­bar: Die­se sind nicht der Ein­kom­men­steu­er unter­wor­fen, wenn sie außer­halb eines gewerb­li­chen oder land­wirt­schaft­li­chen Betriebs anfal­len, weil weder Spiel­tä­tig­keit noch Spiel­ein­satz Leis­tun­gen sind, die durch den Spiel­ge­winn ver­gü­tet wer­den.

Im Gegen­satz dazu hat die Klä­ge­rin mit ihrer Teil­nah­me an der Fern­seh­show eine ver­trag­lich ver­ein­bar­te Leis­tung gegen­über dem Fern­seh­sen­der erbracht und dafür mit dem Preis­geld ein Ent­gelt erhal­ten. Shows der hier strei­ti­gen Art stel­len näm­lich Unter­hal­tungs­sen­dun­gen dar, die aus­schließ­lich von der Mit­wir­kung von Kan­di­da­ten “leben” und nur des­halb den Ver­an­stal­ter ver­an­las­sen, ihnen für ihre Teil­nah­me eine Chan­ce auf einen (hohen) Preis ein­zu­räu­men.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. Novem­ber 2007 – IX R 39/​06