Steu­er­vor­tei­le einer ehren­amt­li­chen Tätig­keit

In Deutsch­land ist die Bereit­schaft, eine ehren­amt­li­che Tätig­keit zu über­neh­men, immer gerin­ger wer­dend. Geschätzt sind 23 Mio. in Ver­ei­nen oder Ver­bän­den und Kir­chen ehren­amt­lich tätig. Dadurch wer­den vie­le Berei­che des öffent­li­chen und sozia­len Lebens unter­stützt. Ohne die Ehren­amt­ler wür­de es oft­mals düs­ter aus­se­hen bezüg­lich der Arbeit und der Exis­tenz der Ver­ei­ne und Insti­tu­tio­nen. Wie der Stel­len­wert und das Anse­hen des Ehren­am­tes zu beur­tei­len ist, hängt von meh­re­ren Fak­to­ren ab. So sind neben Geschich­te und Tra­di­ti­on auch der Stand des öffent­li­chen Sozi­al­sys­tems für die Beliebt­heit des Ehren­am­tes wich­tig. Wenn der Staat auf dem sozia­len Sek­tor immer weni­ger wohl­fahrts­staat­li­che Akti­vi­tä­ten ent­wi­ckelt, sinkt auch die Bereit­schaft der Bür­ger, eine ehren­amt­li­che Tätig­keit zu über­neh­men.

Steu­er­vor­tei­le einer ehren­amt­li­chen Tätig­keit

Stär­kung des Ehren­am­tes

Dem ver­sucht der Staat mit geziel­ten För­de­run­gen ent­ge­gen­zu­wir­ken. Das Ehren­amt soll gestärkt wer­den. So fand im Jahr 2001 das inter­na­tio­na­le Jahr der Frei­wil­li­gen mit zahl­rei­chen Aktio­nen auf Bun­des- und Lan­des­ebe­ne statt.

Es fin­det durch den Staat auch eine steu­er­li­che För­de­rung der ehren­amt­li­chen Tätig­keit statt. So ist am 10. Okto­ber 2007 das Gesetz zur wei­te­ren Stär­kung des bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments beschlos­sen wor­den, mit dem rück­wir­kend zum 1. Janu­ar 2007 die steu­er­li­che För­de­rung ver­bes­sert wor­den ist.

Ehren­amts­frei­be­trag, Ehren­amts­pau­scha­le

Für ehren­amt­lich Täti­ge ist eine steu­er­freie Auf­wands­pau­scha­le ein­ge­führt wor­den. Nach § 3 Nr. 26a EStG kann jeder, der in einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein z. B. als Zeug­wart oder auch Ver­eins­vor­stand ehren­amt­lich tätig ist, einen Betrag von 500,00 € bei der Steu­er gel­tend machen. Hier­für wird vor­aus­ge­setzt, dass die Ein­nah­men aus Tätig­kei­ten für gemein­nüt­zi­ge Zwe­cke und an steu­er­be­güns­tig­te Kör­per­schaf­ten erfol­gen bzw. von die­sen gezahlt wor­den sind.

Übungs­lei­ter­frei­be­trag, Übungs­lei­ter­pau­scha­le

Die steu­er­freie Auf­wands­ent­schä­di­gung nach § 3 Nr. 26 EStG ist ange­ho­ben wor­den auf 2100,00 €. Vor­aus­set­zung ist eine neben­be­ruf­li­che Tätig­keit u.a. als Übungs­lei­ter, Aus­bil­der, Erzie­her, Betreu­er oder Ver­gleich­ba­res. Im Rah­men die­ser Tätig­keit muss der Ehren­amt­ler die Ein­nah­men erzielt haben. Nur die über die­sen Betrag von 2100,00 € hin­aus­ge­hen­de Zuwen­dung ist steu­er­pflich­tig.

Sowohl die Ehren­amts­pau­scha­le als auch die Übungs­lei­ter­pau­scha­le sind sozi­al­ver­si­che­rungs­frei. Wird die Frei­be­trags­gren­ze jedoch über­schrit­ten, kommt es auch zur Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht.