Vor­weg­ab­zugs bei Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer

Die Kür­zung des Son­der­aus­ga­ben-Vor­weg­ab­zugs bei Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer ist nach einem Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts zuläs­sig, wenn er nicht Allein­ge­sell­schaf­ter der GmbH ist.

Vor­weg­ab­zugs bei Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer

Bei einem Allein­ge­sell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer einer GmbH ist der Vor­weg­ab­zug für Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen nach der Recht­spre­chung des BFH unge­kürzt zu belas­sen, weil die­ser – wirt­schaft­lich betrach­tet – eine ihm von der GmbH zuge­sag­te Alters­ver­sor­gung unter Ver­zicht auf ent­spre­chen­de gesell­schafts­recht­li­che Ansprü­che und damit letzt­lich aus­schließ­lich durch eige­ne Bei­trags­leis­tung erwirbt. In Fäl­len, in denen eine GmbH meh­re­ren Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rern eine Alters­ver­sor­gung zuge­sagt hat, erlangt der ein­zel­ne Gesell­schaf­ter sein Anwart­schafts­recht auf Alters­ver­sor­gung nach der Recht­spre­chung des BFH, der sich der Senat anschließt, nicht ganz oder teil­wei­se ohne eige­ne Bei­trags­leis­tung im Sin­ne des § 10 c Abs. 3 Nr. 2 EStG, wenn er bei typi­sie­ren­der und wirt­schaft­li­cher Betrach­tung und vor­aus­schau­en­der Berech­nung sein Anwart­schafts­recht aus­schließ­lich durch eine sei­ner Betei­li­gungs­quo­te ent­spre­chen­de Min­de­rung sei­ner gesell­schafts­recht­li­chen Ansprü­che im Sin­ne der §§ 29, 72 GmbHG erwirbt
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Bei der Zusa­ge einer Alters­ver­sor­gung gegen­über meh­re­ren Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rern erwirbt der ein­zel­ne Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer sein Anwart­schafts­recht auf Alters­ver­sor­gung aus­schließ­lich durch eine sei­ner Betei­li­gungs­quo­te ent­spre­chen­de Min­de­rung sei­ner gesell­schafts­recht­li­chen Ansprü­che, wenn der quo­ta­le Auf­wand der GmbH für die Alters­ver­sor­gung die­ses Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers bei typi­sie­ren­der Betrach­tung und vor­aus­schau­en­der Berech­nung des­sen Betei­li­gungs­quo­te ent­spricht oder nied­ri­ger ist. Um das fest­stel­len zu kön­nen, ist der auf die Alters­ver­sor­gungs­zu­sa­ge an den ein­zel­ner Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer ent­fal­len­de Anteil am Gesamt­auf­wand der GmbH für die Alters­ver­sor­gungs­zu­sa­gen an alle Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer typi­sie­rend und vor­aus­schau­end zu ermit­teln und zu ver­glei­chen mit der Betei­li­gungs­quo­te des­sel­ben Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers. Wäh­rend die Ermitt­lung der Auf­wands­quo­te peri­oden­über­grei­fend zu erfol­gen hat, ist der Ver­gleich mit der Betei­li­gungs­quo­te Ver­an­la­gungs­zeit­raum bezo­gen vor­zu­neh­men. Stim­men im jewei­li­gen Ver­an­la­gungs­zeit­raum bei­de Quo­ten über­ein oder ist die Auf­wands­quo­te nied­ri­ger als die Betei­li­gungs­quo­te, so kommt der betref­fen­de Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer für sei­ne Ver­sor­gung wirt­schaft­lich betrach­tet selbst auf, so dass ihm der Vor­weg­ab­zug nach § 10 Abs. 3 Nr. 2 EStG unge­kürzt zusteht.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 10. Okto­ber 2007 – 9 K 5/​07
(nicht rechts­kräf­tig, es wur­de Revi­si­on zum BFH ein­ge­legt – BFH-Az.: X R 17/​08)