Zuwen­dung einer nicht aty­pi­schen Unter­be­tei­li­gung

Wie der Bun­des­fi­nanz­hof jetzt ent­schie­den hat, wird mit der schenk­wei­sen Ein­räu­mung einer Unter­be­tei­li­gung an einem Gesell­schafts­an­teil, die nicht die Vor­aus­set­zun­gen einer aty­pi­schen Unter­be­tei­li­gung erfüllt, noch kein schen­kungsteu­er­pflich­ti­ger Ver­mö­gens­ge­gen­stand zuge­wen­det.

Zuwen­dung einer nicht aty­pi­schen Unter­be­tei­li­gung

Dem Klä­ger waren gegen Jah­res­en­de 1998 von sei­nem Vater Unter­be­tei­li­gun­gen an des­sen Kom­man­dit- und GmbH-Geschäfts­an­tei­len geschenkt wor­den. Der Schen­kungs­ver­trag sah vor, dass der Vater die aus den Gesell­schafts­an­tei­len fol­gen­den Stimm‑, Kon­troll- und sons­ti­gen Ver­wal­tungs­rech­te bei die­sen Gesell­schaf­ten auch künf­tig nach eige­nem Ermes­sen aus­übt.

Nach Auf­fas­sung des BFH liegt kein schen­kungsteu­er­ba­rer Vor­gang vor, weil der Klä­ger auf­grund des Schen­kungs­ver­tra­ges weder recht­lich noch tat­säch­lich frei über die ihm zuge­wen­de­ten Unter­be­tei­li­gun­gen ver­fü­gen konn­te. Die durch den Schen­kungs­ver­trag begrün­de­te Innen­ge­sell­schaft ver­fü­ge über kein Ver­mö­gen, das dem Klä­ger und sei­nem Vater gesamt­hän­de­risch zuste­he. Ins­be­son­de­re habe der Vater sei­ne Betei­li­gun­gen an den Haupt­ge­sell­schaf­ten nicht in die Innen­ge­sell­schaft ein­ge­bracht; viel­mehr habe der Klä­ger ledig­lich schuld­recht­li­che Ansprü­che gegen sei­nen Vater auf Teil­ha­be an künf­ti­gen Gewin­nen und etwai­gen Liqui­da­ti­ons­er­lö­sen erwor­ben.

Dem­nach unter­lie­gen die Gewin­ne und Erlö­se erst dann der Schen­kungsteu­er, wenn der Klä­ger sie auch tat­säch­lich bezo­gen hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Janu­ar 2008 – II R 10/​06