Fest­ge­setz­te Nach­zah­lungs­zin­sen – nach erfolg­rei­cher Kla­ge

Obwohl gemäß § 233a Abs. 4 AO die Fest­set­zung von Zin­sen mit der Steu­er­fest­set­zung ver­bun­den wer­den soll, blei­ben Zins­fest­set­zung und Steu­er­fest­set­zung eigen­stän­di­ge Beschei­de 1.

Fest­ge­setz­te Nach­zah­lungs­zin­sen – nach erfolg­rei­cher Kla­ge

Die Frist (§ 355 Abs. 1 Satz 1 AO) für den geson­der­ten Ein­spruch gegen die Zins­fest­set­zung läuft daher zum glei­chen Zeit­punkt wie die Ein­spruchs­frist gegen die im glei­chen Bescheid ent­hal­te­ne Steu­er­fest­set­zung ab.

Aller­dings tei­len Zin­sen als steu­er­li­che Neben­leis­tung grund­sätz­lich das Schick­sal der ihnen zugrun­de lie­gen­den Haupt­for­de­rung 2. Aus die­sem Grund ist gemäß § 233a Abs. 5 AO die bis­he­ri­ge Zins­fest­set­zung zu ändern, wenn die Steu­er­fest­set­zung auf­ge­ho­ben, geän­dert oder nach § 129 AO berich­tigt wird.

Ohne Belang ist, auf wel­cher Rechts­grund­la­ge die Auf­he­bung, Ände­rung oder Berich­ti­gung beruht.

Erfasst sind des­halb auch Ände­run­gen und Auf­he­bun­gen im Rechts­be­helfs­ver­fah­ren und im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren, soweit das Gericht in der Sache selbst ent­schei­det 3. Das Finanz­ge­richt muss des­halb ent­spre­chend der Her­ab­set­zung der Umsatz­steu­er auch die Zins­fest­set­zung ändern.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Novem­ber 2016 – V R 1/​16

  1. BFH, Beschluss vom 23.12 2002 – IV B 13/​02, BSt­Bl II 2003, 737, Rz 5[]
  2. Heu­er­mann in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 233a AO Rz 66[]
  3. Loo­se in Tipke/​Kruse, § 233a AO Rz 50, 51[]