Frist­wah­rung bei Tele­fax-Sen­dun­gen mit Dop­pel und Anla­gen

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kommt es für die Fra­ge der Frist­wah­rung durch einen per Tele­fax über­mit­tel­ten Schrift­satz nicht auf den Zeit­punkt des Aus­drucks des voll­stän­di­gen Schrift­sat­zes an, son­dern auf den Zeit­punkt, in dem die über­mit­tel­ten Signa­le voll­stän­dig emp­fan­gen und gespei­chert wor­den sind 1.

Frist­wah­rung bei Tele­fax-Sen­dun­gen mit Dop­pel und Anla­gen

Hier­bei hat der BGH aus­drück­lich klar­ge­stellt, dass allein maß­geb­lich der Zeit­punkt des Emp­fangs der unter­schrie­be­nen Rechts­mit­tel­be­grün­dung als sol­cher ist, nicht aber der Zeit­punkt, in dem auch die Über­mitt­lung der mit über­sand­ten Anla­gen an das Rechts­mit­tel­ge­richt abge­schlos­sen ist 2.

Auch nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist in zeit­li­cher Hin­sicht der Emp­fang der­je­ni­gen Sei­te maß­geb­lich, auf der sich die Unter­schrift des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten befin­det 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. August 2012 – X B 6, 7/​12; X B 6/​12; X B 7/​12

  1. BGH, Beschluss vom 25.04.2006 – IV ZB 20/​05, BGHZ 167, 214, mit zahl­rei­chen wei­te­ren Nach­wei­sen, auch auf die Recht­spre­chung des BFH[]
  2. BGH, Beschluss in BGHZ 167, 214, unter II.2.a[]
  3. BFH, Beschluss vom 25.11.2003 – VII R 9/​03, BFH/​NV 2004, 519[]
  4. BFH, Beschluss vom 08.07.2011 – III B 7/​10, BFH/​NV 2011, 1895[]