Kos­ten­tra­gung bei ver­fas­sungs­wid­ri­gem Son­der­op­fer

Beur­teilt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine steu­er­li­che Vor­schrift als ver­fas­sungs­wid­rig, so wird oft­mals dem Gesetz­ge­ber eine Frist zur Ände­rung gesetzt, es im übri­gen aber für die Ver­gan­gen­heit und bis zum Ablauf die­ser Über­gangs­frist bei der bean­stan­de­ten Rege­lung belas­sen. Für die­se Fäl­le hat der Bun­des­fi­nanz­hof nun aber zumin­dest ein Trotz­pflas­ter:

Kos­ten­tra­gung bei ver­fas­sungs­wid­ri­gem Son­der­op­fer

Hat ein Steu­er­pflich­ti­ger nach einer Ent­schei­dung des BVerfG für die Ver­gan­gen­heit einen ver­fas­sungs­wid­ri­gen Rechts­zu­stand hin­zu­neh­men und wird des­halb ein Rechts­streit in der Haupt­sa­che für erle­digt erklärt, so ent­spricht es regel­mä­ßig bil­li­gem Ermes­sen, dem FA die Ver­fah­rens­kos­ten auch inso­weit auf­zu­er­le­gen, als der Steu­er­pflich­ti­ge bezüg­lich des ver­fas­sungs­wid­ri­gen Son­der­op­fers nicht hat obsie­gen kön­nen.

BFH, Beschluss vom 18. August 2005 – VI R 123/​94