Streit­wert­fest­set­zung durch den Bun­des­fi­nanz­hof

Nach § 63 Abs. 2 Satz 2 GKG setzt in der Finanz­ge­richts­bar­keit das Pro­zess­ge­richt den Wert des Streit­ge­gen­stan­des durch Beschluss fest, wenn ein Betei­lig­ter oder die Staats­kas­se die Fest­set­zung bean­tragt oder das Gericht sie für ange­mes­sen erach­tet.

Streit­wert­fest­set­zung durch den Bun­des­fi­nanz­hof

Bereits in sei­nem Beschluss vom 27.11.2013 1 hat der Bun­des­fi­nanz­hof dazu dar­auf hin­ge­wie­sen, dass für den Antrag ein beson­de­res Rechts­schutz­be­dürf­nis bestehen muss 2.

Die­ses fehlt zwar in der Regel, wenn sich die Höhe des Streit­werts aus den Anträ­gen der Betei­lig­ten und der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des BFH zur Bemes­sung des Streit­werts in gleich­ar­ti­gen Fäl­len ein­deu­tig ermit­teln lässt 3. Legt aber ein Betei­lig­ter sub­stan­ti­iert dar, das Finanz­ge­richt habe die bestehen­de Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs bei der Streit­wert­fest­set­zung für das erst­in­stanz­li­che Ver­fah­ren feh­ler­haft ange­wandt und es ste­he zu befürch­ten, dass der zustän­di­ge Kos­ten­be­am­te des Finanz­ge­richts die Rechts­auf­fas­sung des Finanz­ge­richts auch für die Fest­set­zung des Streit­werts für die Revi­si­ons­in­stanz anwen­den wer­de, so ist das Rechts­schutz­be­dürf­nis des Betei­lig­ten für eine Streit­wert­fest­set­zung durch das Revi­si­ons­ge­richt jeden­falls zu beja­hen, wenn die BFH-Recht­spre­chung tat­säch­lich feh­ler­haft ange­wandt wur­de.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 22. Janu­ar 2015 – IV S 17/​14

  1. BFH, Beschluss vom 27.11.2013 – IV S 14/​13[]
  2. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 17.11.1987 – VIII R 346/​83, BFHE 152, 5, BSt­Bl II 1988, 287; vom 18.10.2012 – IV S 17/​12, BFH/​NV 2013, 248[]
  3. BFH, Beschluss vom 17.11.2011 – IV S 15/​10, BFHE 235, 122, BSt­Bl II 2012, 246[]