Die ver­mie­te­te Sport­hal­le

Ein (zukünf­ti­ger) Ver­mie­ter darf aus den Her­stel­lungs­kos­ten einer in den Jah­ren 1993 und 1994 errich­te­ten und steu­er­pflich­tig ver­mie­te­ten Sport­hal­le den Vor­steu­er­ab­zug gel­tend machen, ent­schied jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof.

Die ver­mie­te­te Sport­hal­le

Ob der Leis­tungs­emp­fän­ger ein Grund­stück i.S. des § 9 Abs. 2 UStG 1993 aus­schließ­lich für Umsät­ze ver­wen­det, die den Vor­steu­er­ab­zug nicht aus­schlie­ßen, rich­tet sich nach der zutref­fen­den umsatz­steu­er­recht­li­chen Beur­tei­lung und nicht nach einer davon abwei­chen­den Steu­er­fest­set­zung gegen­über dem Leis­tungs­emp­fän­ger.

Die Über­las­sung von Sport­an­la­gen eines Betrei­bers an Nut­zer die­ser Sport­an­la­gen fällt (zumin­dest bis 1998) regel­mä­ßig nicht unter die Steu­er­be­frei­ung des § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG 1993, son­dern stellt eine ein­heit­li­che steu­er­pflich­ti­ge Leis­tung dar. Das den Betrei­bern von Sport­an­la­gen in § 27 Abs. 6 UStG 1999 ein­ge­räum­te Wahl­recht ist eine Bil­lig­keits­re­ge­lung, die sich nicht auf § 9 Abs. 2 UStG 1993 und die Fra­ge aus­wirkt, ob der Leis­tungs­emp­fän­ger das Grund­stück für steu­er­freie oder steu­er­pflich­ti­ge Umsät­ze ver­wen­det.

Die gemein­schafts­recht­li­chen Grund­sät­ze der Rechts­si­cher­heit und des Ver­trau­ens­schut­zes las­sen es nicht zu, dass dem Steu­er­pflich­ti­gen das erlang­te Recht auf den Abzug von Vor­steu­er­be­trä­gen durch eine Geset­zes­än­de­rung rück­wir­kend genom­men wird.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. März 2009 – XI R 71/​07