Umsatz­steu­er für Berufs­be­treu­er

Die Tätig­keit als Berufs­be­treu­er ist umsatz­steu­er­pflich­tig mit Regel­steu­er­satz.

Umsatz­steu­er für Berufs­be­treu­er

Nach Auf­fas­sung des Finanz­ge­richts Düs­sel­dorf sind Betreu­ungs­leis­tun­gen einer selb­stän­dig täti­gen Berufs­be­treue­rin weder nach dem deut­schen Umsatz­steu­er­recht noch nach dem Gemein­schafts­recht von der Umsatz­steu­er befreit. Die unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen für sog. Ver­eins­be­treu­er in Betracht kom­men­de Steu­er­be­frei­ungs­vor­schrift des § 4 Nr. 18 UStG sei für Berufs­be­treu­er nicht ein­schlä­gig. Die Vor­schrift erfas­se nur die Leis­tun­gen der in § 23 USt­DV auf­ge­führ­ten, amt­lich aner­kann­ten Ver­bän­de der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge und der der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge die­nen­den Kör­per­schaf­ten, Per­so­nen­ver­ei­ni­gun­gen und Ver­mö­gens­mas­sen, die einem Wohl­fahrts­ver­band als Mit­glied ange­schlos­sen sind.

Auf eine Steu­er­be­frei­ungs­vor­schrift des Gemeinschaftsrechts(Art. 13 Teil A (1) Buchst. g) der Richt­li­nie 77/​388/​EWG und Art. 132 (1) Buchst. g) der Mehr­wert­steu­er-Sys­tem­richt­li­nie) kön­ne sich ein Berufs­be­treu­er auch nicht beru­fen. Die durch den Berufs­be­treu­er erbrach­ten Betreu­ungs­leis­tun­gen sei­en zwar unstrei­tig Dienst­leis­tun­gen, die eng mit der Sozi­al­für­sor­ge und der sozia­len Sicher­heit im Sin­ne die­ser Vor­schrift ver­bun­den sei­en. Berufs­be­treu­er sei­en aber kei­ne in Deutsch­land aner­kann­te Ein­rich­tung mit sozia­lem Cha­rak­ter im Sin­ne von Art. 13 Teil A (1) Buchst g) der Richt­li­nie 77/​388/​EWG. Dies schließt nach Ansicht des Finanz­ge­richts Düs­sel­dorf auch eine Steu­er­be­frei­ung nach Arti­kel 132 (1) Buchst. g) der Mehr­wert­steu­er-Sys­tem­richt­li­nie aus.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 26. Novem­ber 2010 – 1 K 1914/​10 U