Vor­steu­er­ab­zug im Bil­lig­keits­ver­fah­ren

Lie­gen die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen des Vor­steu­er­ab­zugs nach § 15 UStG nicht vor, kann im Bil­lig­keits­ver­fah­ren (§§ 163, 227 AO) aus­nahms­wei­se nach dem all­ge­mei­nen Rechts­grund­satz des Ver­trau­ens­schut­zes ein Vor­steu­er­ab­zug nach den Grund­sät­zen der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on [1] in Betracht kom­men.

Vor­steu­er­ab­zug im Bil­lig­keits­ver­fah­ren

Durch die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist geklärt und des­halb nicht mehr klä­rungs­be­dürf­tig, dass die Gewäh­rung des Vor­steu­er­ab­zugs im Bil­lig­keits­ver­fah­ren vor­aus­setzt, dass der den Vor­steu­er­ab­zug begeh­ren­de Unter­neh­mer gut­gläu­big war und alle Maß­nah­men ergrif­fen hat, die ver­nünf­ti­ger­wei­se von ihm ver­langt wer­den kön­nen, um sich von der Rich­tig­keit der Anga­ben in der Rech­nung zu über­zeu­gen und sei­ne Betei­li­gung an einem Betrug aus­ge­schlos­sen ist [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 7. Okto­ber 2015 – V B 152/​14

  1. EuGH, Urtei­le Tele­os vom 27.09.2007 – C‑409/​04, EU:C:2007:548, Rz 68; und Net­to Super­markt vom 21.02.2008 – C‑271/​06, EU:C:2008:105, Rz 25[]
  2. BFH, Urteil vom 30.04.2009 – V R 15/​07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744, Rz 49[]