Grund­steu­er­be­frei­ung für isla­mi­sche Kul­tus­ge­mein­de

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te in einer Viel­zahl von gleich­ge­la­ger­ten Ver­fah­ren dar­über zu ent­schei­den, ob ein Ver­ein isla­mi­scher Kul­tus­ge­mein­den für die Räum­lich­kei­ten, die der Reli­gi­ons­aus­übung die­nen, Grund­steu­er zu bezah­len hat.

Grund­steu­er­be­frei­ung für isla­mi­sche Kul­tus­ge­mein­de

Von der Grund­steu­er befreit ist gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 GrStG der Grund­be­sitz, der von einer Reli­gi­ons­ge­sell­schaft, die Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts ist, für Zwe­cke der reli­giö­sen Unter­wei­sung, der Wis­sen­schaft, des Unter­richts, der Erzie­hung oder für Zwe­cke der eige­nen Ver­wal­tung genutzt wird.
Nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 GrStG ste­hen die jüdi­schen Kul­tus­ge­mein­den, die nicht Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sind, der­ar­ti­gen Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten gleich.

Der Klä­ger ist kei­ne Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts, son­dern eine pri­vat­recht­li­cher Ver­ein. Nach Ansicht des 11. Senats steht dem Klä­ger des­halb die Grund­steu­er­be­frei­ung gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 GrStG nicht zu.
Die Grund­steu­er­be­frei­ung gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 GrStG stün­de ande­rer­seits nur jüdi­schen Kul­tus­ge­mein­den zu, nicht hin­ge­gen einem rechts­fä­hi­gen Ver­ein, der den in Deutsch­land leben­den oder sich in Deutsch­land auf­hal­ten­den Men­schen isla­mi­schen Glau­bens die Mög­lich­keit zu ihrer Reli­gi­ons­aus­übung gebe. § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 GrStG sei weder aus­le­gungs­fä­hig noch ana­lo­giefä­hig.

Die gesam­te Vor­schrift des § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 GrStG ver­sto­ße auch, so das FG, weder gegen Art. 3 Abs. 1 noch gegen Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Der 11. Senat hat wegen der bun­des­wei­ten und grund­sätz­li­chen Bedeu­tung des Falls die Revi­si­on zuge­las­sen.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 14. Novem­ber 2008 – 11 K 4225/​07 BG