Aufklärungshilfe – und der ins Ausland geflohene Dealer

Es steht der Anwendbarkeit von § 31 S.1 Nr. 1 BtMG nicht entgegen, wenn der durch die Angaben des Angeklagten – zur Überzeugung des Tatrichters der Sache nach zutreffend – Belastete bisher noch nicht ergriffen werden konnte1.

Aufklärungshilfe – und der ins Ausland geflohene Dealer

Ein Aufklärungserfolg setzt nicht die Verurteilung oder Festnahme des von dem Täter Belasteten voraus, sondern ist schon dann anzunehmen, wenn zur Überzeugung des Gerichts durch seine Angaben, insbesondere eine für Fahndungsmaßnahmen ausreichende Bezeichnung der von ihm belasteten Person, die Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung eines Strafverfahrens im Falle der Ergreifung geschaffen wurden2.

Dass dem Angeklagten bei seinen Angaben bekannt war, dass sich der von ihm Belastete bereits im Ausland befand, hindert die Aufklärungshilfe nicht. Selbst taktierendes Verhalten, bei dem ein Täter sein Wissen bewusst erst offenbart, wenn die von ihm belastete Person das Land verlassen hat, kann eine Anwendung von § 31 BtMG nach sich ziehen3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 12. Januar 2017 – 1 StR 587/16

  1. BGH, Beschluss vom 28.08.2002 – 1 StR 309/02, NStZ 2003, 162 f.[]
  2. vgl. z.B. BGH, Urteil vom 16.02.2000 – 2 StR 532/99, StV 2000, 318[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 31.10.1984 – 2 StR 467/84, StV 1985, 14 f.[]