Auf­klä­rungs­hil­fe – und ihre Wesent­lich­keit

Die Wesent­lich­keit der Auf­klä­rungs­hil­fe ist zu beja­hen, wenn die Tat ohne den Auf­klä­rungs­bei­trag nicht oder nicht im gege­be­nen Umfang auf­ge­klärt wor­den wäre, die Aus­sa­ge des Täters jeden­falls aber eine siche­re­re Grund­la­ge für die Abur­tei­lung des Tat­be­tei­lig­ten schafft, indem sie den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den die erfor­der­li­che Über­zeu­gung ver­mit­telt, dass ihre bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se zutref­fen1.

Auf­klä­rungs­hil­fe – und ihre Wesent­lich­keit

Dass durch die Anga­ben ein­zel­ne Ver­let­zungs­hand­lun­gen zuge­ord­net wer­den konn­ten, bedeu­tet kei­nen wesent­li­chen Auf­klä­rungs­bei­trag mehr, wenn die­se auf­grund objek­ti­ver Umstän­de ohne­hin fest­stan­den und dem Betref­fen­den nach den übri­gen Bewei­ser­kennt­nis­sen jeden­falls im Wege mit­tä­ter­schaft­li­cher Zurech­nung (§ 25 Abs. 2 StGB) anzu­las­ten waren.

Bei der Wesent­lich­keit der Auf­klä­rungs­hil­fe han­delt es sich um einen Rechts­be­griff, der revi­si­ons­ge­richt­li­cher Prü­fung unter­liegt2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. März 2016 – 5 StR 26/​16

  1. vgl. zu § 31 BtMG: BGH, Beschluss vom 22.08.1995 – 4 StR 422/​95, BGHR BtMG § 31 Nr. 1 Auf­de­ckung 27 mwN; sie­he auch Münch­Komm-StG­B/­Mai­er, 2. Aufl., § 46b Rn. 61; Beck­OK-StG­B/­von Heint­schel-Hein­egg, 29. Edi­ti­on, § 46b Rn. 14 []
  2. vgl. Schä­fer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 5. Aufl., Rn. 1044 []