Bedingter Vorsatz – Wissen und Wollen

Bedingt vorsätzliches Handeln setzt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs1 voraus,

Bedingter Vorsatz – Wissen und Wollen
  • dass der Täter den Eintritt des tatbestandlichen Erfolges als möglich und nicht ganz fernliegend erkennt (Wissenselement),
  • weiter dass er ihn billigt oder sich um des erstrebten Zieles willen zumindest mit der Tatbestandsverwirklichung abfindet (Willenselement).

Beide Elemente müssen durch tatsächliche Feststellungen belegt werden.

Ihre Bejahung oder Verneinung kann nur auf der Grundlage einer Gesamtbetrachtung aller objektiven und subjektiven Umstände erfolgen2.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 28. Juni 2017 – 1 StR 624/16

  1. vgl. nur BGH, Urteil vom 19.04.2016 – 5 StR 498/15, NStZ-RR 2016, 204[]
  2. vgl. BGH, Urteile vom 23.02.2012 – 4 StR 608/11, NStZ 2012, 443, 444; und vom 11.10.2016 – 1 StR 248/16, NStZ 2017, 25; Beschluss vom 21.12 2016 – 1 StR 112/16, NStZ 2017, 337[]