Blin­den­hund im Taxi

Ein Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren wegen Ver­stoß gegen das Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz kann ein­ge­stellt wer­den, wenn an die nicht beför­der­te Per­son bereits ein Scha­dens­er­satz gezahlt wor­den ist.

Blin­den­hund im Taxi

So hat das Amts­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines 1970 gebo­re­nen Taxi­fah­rers ent­schie­den, der sich gegen einen Buß­geld­be­scheid über 150 Euro gewehrt hat. Der Bescheid ist erlas­sen wor­den, weil der Taxi­fah­rer sich am 2. Janu­ar 2013 gegen 20:15 Uhr am Flug­ha­fen Lan­gen­ha­gen gewei­gert hat­te, einen Blin­den­hund zu beför­dern. Ein seh­be­hin­der­tes Ehe­paar woll­te gemein­sam mit dem Hund das Taxi nut­zen, der Taxi­fah­rer ver­wei­ger­te die Mit­nah­me des Hun­des. Nach­dem sich der Taxi­fah­rer gegen­über dem Ehe­paar auf eine Hun­de­all­er­gie beru­fen habe, berief er sich im Ver­fah­ren zum einen dar­auf, dass er sein Taxi nach dem Trans­port eines Hun­des kom­plett rei­ni­gen müs­se, um Hun­de­haa­re zu besei­ti­gen. Außer­dem brach­te er ein ärzt­li­ches Attest bei, dass ihm eine Hun­de- und Kat­zen­pho­bie beschei­nig­te. Die Regi­on Han­no­ver erließ einen Buß­geld­be­scheid wegen Ver­stoß gegen das Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz über 150 Euro, nach einem frist­ge­rech­ten Ein­spruch lag das Ver­fah­ren nun dem Amts­ge­richt Han­no­ver vor.

Das Amts­ge­richt Han­no­ver hat das Ver­fah­ren ein­ge­stellt: Mit Rück­sicht dar­auf, dass der Beschwer­de­füh­rer bereits einen Betrag von 310 Euro als Scha­dens­er­satz wegen der Beför­de­rungs­ver­wei­ge­rung ent­rich­tet hat, erfolg­te die Ein­stel­lung gem. § 47 Abs. 2 OWiG mit Zustim­mung der Staats­an­walt­schaft.

Amts­ge­richt Han­no­ver, Beschluss vom 11. März 2014 – 265 OWi 126/​14