BTM-Han­del – Ein­kauf, Ver­kauf, Tat­ein­heit

Alle Betä­ti­gun­gen, die sich auf den Ver­trieb der­sel­ben, in einem Akt erwor­be­nen Men­ge an Betäu­bungs­mit­teln rich­ten, wer­den als Bewer­tungs­ein­heit zu einer Tat des uner­laub­ten Han­del­trei­bens ver­bun­den, weil der Erwerb und der Besitz von Betäu­bungs­mit­teln, die zum Zwe­cke gewinn­brin­gen­der Wei­ter­ver­äu­ße­rung bereit­ge­hal­ten wer­den, bereits den Tat­be­stand des Han­del­trei­bens in Bezug auf die Gesamt­men­ge erfül­len.

BTM-Han­del – Ein­kauf, Ver­kauf, Tat­ein­heit

Zu die­ser Tat gehö­ren als unselb­stän­di­ge Teil­ak­te alle spä­te­ren Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­te, soweit sie das­sel­be Rausch­gift betref­fen [1].

Dabei setzt die Annah­me einer Bewer­tungs­ein­heit kon­kre­te Anhalts­punk­te dafür vor­aus, dass bestimm­te Ein­zel­ver­käu­fe aus einer ein­heit­lich erwor­be­nen Gesamt­men­ge her­rüh­ren. Die blo­ße Mög­lich­keit, dass dies der Fall war, genügt nicht, wenn tat­säch­li­che Anhalts­punk­te für eine kon­kre­te Zuord­nung bestimm­ter Ein­zel­ver­käu­fe zu einer bestimm­ten erwor­be­nen Gesamt­men­ge feh­len. Eine ledig­lich will­kür­li­che Zusam­men­fas­sung ohne aus­rei­chen­de Tat­sa­chen­grund­la­ge kommt nicht in Betracht, auch der Zwei­fels­satz gebie­tet in sol­chen Fäl­len nicht die Annah­me einer ein­heit­li­chen Tat [2].

Bestehen jedoch kon­kre­te Anhalts­punk­te für die Annah­me, dass die in Ein­zel­ge­schäf­ten ver­äu­ßer­ten Betäu­bungs­mit­tel aus einem ein­heit­lich erwor­be­nen Vor­rat stamm­ten, muss sich der Tatrich­ter um Fest­stel­lun­gen zu Zahl und Fre­quenz der Ein­käu­fe sowie die Zuord­nung der ein­zel­nen Ver­käu­fe zu ihnen bemü­hen. Gege­be­nen­falls ist eine an den Umstän­den des Fal­les ori­en­tier­te Schät­zung anhand des Zwei­fels­sat­zes vor­zu­neh­men [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Janu­ar 2016 – 3 StR 467/​15

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschluss vom 15.10.2015 – 1 StR 317/​15 47[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 23.05.2012 – 5 StR 12/​12, NStZ 2012, 517 mwN; vom 05.03.2002 – 3 StR 491/​01, NJW 2002, 1810[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 05.03.2002 – 3 StR 491/​01, NJW 2002, 1810, 1811[]