Das hat der frü­her doch auch schon mal gemacht!

Die Tat­sa­che, dass der Ange­klag­te frü­her ver­gleich­ba­re Taten began­gen hat­te, kann gege­be­nen­falls ein Indiz für die Bege­hung der ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Taten sein.

Das hat der frü­her doch auch schon mal gemacht!

Eine Indi­z­tat­sa­che, die den Aus­gangs­punkt für eine Schluss­fol­ge­rung im Rah­men einer Beweis­ket­te bil­det, muss aber fest­ste­hen, wenn sie als belas­ten­der Umstand gewer­tet wer­den soll [1].

Um sich in rechts­feh­ler­frei­er Wei­se eine siche­re Über­zeu­gung von der Rich­tig­keit der Indi­z­tat­sa­che zu bil­den, hät­te das Land­ge­richt des­halb die Beden­ken, die zur Ein­stel­lung des frü­he­ren Straf­ver­fah­rens geführt hat­ten, prü­fen und aus­räu­men müs­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. April 2016 – 2 StR 435/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 23.01.1974 – 3 StR 303/​73, NJW 1974, 654, 655; Urteil vom 31.10.1989 – 1 StR 419/​89, BGHSt 36, 286, 290; s.a.BeckOK/Eschelbach, StPO, 24. Ed., § 261 Rn. 11.2; Lieb­hardt NStZ 2016, 134, 136; Mey­er-Goß­ner in Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 53. Aufl., § 261 Rn. 29; LR/​Sander, StPO, 26. Aufl., § 261 Rn. 114; Schä­fer StV 1995, 147, 150; krit. KK/​Ott, StPO, 7. Aufl., § 261 Rn. 54; zur Dif­fe­ren­zie­rung nach Indi­zi­en in einer Beweis­ket­te oder einem Beweis­ring etwa SK/​Velten, StPO, 4. Aufl., § 261 Rn. 93[]