Der been­de­te Raub – oder: wenn die Mas­ke in der Gara­ge liegt

Ein Raub ist been­det, wenn der Täter aus­rei­chend siche­re Ver­fü­gungs­ge­walt über die Beu­te erlangt hat 1. Es hängt von den Umstän­den des Ein­zel­fal­les ab, wann dies anzu­neh­men ist.

Der been­de­te Raub – oder: wenn die Mas­ke in der Gara­ge liegt

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall hat­ten die Haupt­tä­ter bereits den Tat­ort mit der Beu­te ver­las­sen und ihre Mas­kie­rung unter einer Gara­ge ver­steckt, als der Ange­klag­te mit sei­nem Fahr­zeug her­bei­ge­ru­fen wur­de, der sodann die Haupt­tä­ter an einem Treff­punkt auf­nahm und erst dabei von dem Über­fall erfuhr.

Damit war schon nach dem Ent­fer­nen der Täter vom Tat­ort und dem Ver­ste­cken der Mas­kie­rung eine ers­te Siche­rung erfolgt. Eine direk­te Ver­fol­gung der Täter durch die Poli­zei­strei­fen, die als­bald nach der Tat mit der Fahn­dung im Stadt­ge­biet begon­nen hat­ten, ist den Fest­stel­lun­gen nicht zu ent­neh­men.

Danach stellt sich die Hand­lung des Ange­klag­ten nicht als suk­zes­si­ve Bei­hil­fe, son­dern als sach­li­che Begüns­ti­gung der Täter gemäß § 257 Abs. 1 StGB dar.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Juni 2015 – 2 StR 139/​14

  1. vgl. Fischer, StGB 62. Aufl., § 249 Rn. 16[]