Der Betrug als unei­gent­li­ches Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt – und der Beginn der Ver­fol­gungs­ver­jäh­rung

Das "unei­gent­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt" des Betru­ges umfasst alle Ein­zel­ak­te, die infol­ge des dem mit­tel­ba­ren Täter zure­chen­ba­ren Orga­ni­sa­ti­ons­akts ver­ur­sacht wur­den 1.

Der Betrug als unei­gent­li­ches Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt – und der Beginn der Ver­fol­gungs­ver­jäh­rung

Der Beginn einer Ver­jäh­rung der Straf­ver­fol­gung wegen Betru­ges bestimmt sich nach dem Zeit­punkt der Erlan­gung des Ver­mö­gens­vor­teils 2.

Bei einer tat­be­stand­li­chen Hand­lungs­ein­heit beginnt die Ver­jäh­rungs­frist nach deren Been­di­gung; es bestehen kei­ne geson­der­ten Fris­ten für die Ver­jäh­rung von unselb­stän­di­gen Ein­zel­ak­ten 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Mai 2017 – 2 StR 169/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 23.07.2015 – 3 StR 518/​14, NStZ-RR 2015, 341 f.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 18.11.2015 – 4 StR 76/​15, NStZ-RR 2016, 42[]
  3. vgl. Lackner/​Kühl, StGB, 28. Aufl., § 78a Rn. 6; Schön­ke/­Schrö­de­r/Bosch/­Stern­berg-Lie­ben, StGB, 29. Aufl., § 78a Rn. 9/​10; NK/​Saliger, StGB, 4. Aufl., § 78a Rn. 32 f.; LK/​Schmid, StGB, 12. Aufl., § 78a Rn. 13; a.A. SK-StG­B/Wol­ter, StGB, 9. Aufl., § 78a Rn. 11[]