Der feh­len­de Eröff­nungs­be­schluss

Zur Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens gemäß § 203 StPO genügt eine schlüs­si­ge und ein­deu­ti­ge Wil­lens­er­klä­rung des Gerichts, die Ankla­ge nach Prü­fung und Beja­hung der Eröff­nungs­vor­aus­set­zun­gen zur Haupt­ver­hand­lung zuzu­las­sen 1.

Der feh­len­de Eröff­nungs­be­schluss

Einem Beschluss, der sich nach sei­nem Wort­laut aus­schließ­lich auf die ers­te von zwei Ankla­gen bezieht, ist aber mit der erfor­der­li­chen Sicher­heit nicht zu ent­neh­men, dass das Gericht hin­sicht­lich der zwei­ten Ankla­ge die Eröff­nungs­vor­aus­set­zun­gen geprüft und ange­nom­men hat. Ande­res ergibt sich auch nicht dar­aus, dass in der im Zusam­men­hang mit dem Eröff­nungs­be­schluss ergan­ge­nen Ter­mins­ver­fü­gung die Ladung von zwei Zeu­gen zu dem mit der zwei­ten Ankla­ge erho­be­nen Tat­vor­wurf ange­ord­net wur­de 2.

Das Feh­len des Eröff­nungs­be­schlus­ses stellt ein in die­sem Ver­fah­ren nicht mehr beheb­ba­res Ver­fah­rens­hin­der­nis dar, das die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens zur Fol­ge hat 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. August 2016 – 4 StR 230/​16

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 17.12 1999 – 2 StR 376/​99, NStZ 2000, 442, 443 mwN; vom 03.05.2001 – 4 StR 59/​01, bei Becker, NStZ-RR 2002, 68; vom 05.02.1998 – 4 StR 606/​97, BGHR StPO § 203 Beschluss 4[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 20.11.1987 – 3 StR 493/​87, BGHR StPO § 203 Beschluss 1[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 29.09.2011 – 3 StR 280/​11, NStZ 2012, 225, 226; vom 09.01.1987 – 3 StR 601/​86, NStZ 1987, 239; vom 15.05.1984 – 5 StR 283/​84, NStZ 1984, 520; vom 09.06.1981 – 4 StR 263/​81, DRiZ 1981, 343; Mey­er-Goß­ner in Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 59. Aufl., § 207 Rn. 12 mwN; Seidl in KMR, § 203 Rn. 11 ff. [Stand Mai 2012]; Stu­cken­berg in Löwe/​Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 207 Rn. 84 ff.[]