Die Abwei­chung vom ange­klag­ten Lebens­sach­ver­halt

Die "Näm­lich­keit" der Tat als geschicht­li­cher Vor­gang ist gege­ben, wenn unge­ach­tet mög­li­cher erst durch die Haupt­ver­hand­lung auf­ge­klär­ter Ein­zel­hei­ten bestimm­te Merk­ma­le die Tat wei­ter­hin als ein­ma­li­ges unver­wech­sel­ba­res Gesche­hen kenn­zeich­nen.

Die Abwei­chung vom ange­klag­ten Lebens­sach­ver­halt

Auch bei Seri­en­straf­ta­ten, die zudem erst nach län­ge­rer Zeit auf­ge­deckt wer­den, kön­nen der Ort und die Zeit des Vor­gangs, das Täter­ver­hal­ten, die ihm inne­woh­nen­de Rich­tung, also die Art und Wei­se der Tat­ver­wirk­li­chung, und das Opfer die Viel­zahl der Fäl­le aus­rei­chend kon­kre­ti­sie­ren, sodass nicht nur die Umgren­zungs­funk­ti­on gewahrt ist, son­dern auch die Über­ein­stim­mung von ange­klag­tem und aus­ge­ur­teil­tem Sach­ver­halt über­prüft wer­den kann 1.

An die­sen Grund­sät­zen gemes­sen und nach Maß­ga­be der Umstän­de des jewei­li­gen Ein­zel­falls 2 ist ein Fall dann nicht mehr Gegen­stand der Ankla­ge, wernn er von wesent­li­chen Grund­zü­gen des ange­klag­ten Tat­ge­sche­hens abweicht.

Dies ist etwa dann der Fall, wenn der Tat­ort oder die prä­gen­den Begleit­um­stän­de, in wel­che die Tat­se­rie "ein­ge­bet­tet" war, ent­schei­dend vom ange­klag­ten Sach­ver­halt abwei­chen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. April 2019 – 1 StR 665/​18

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 27.02.2018 – 2 StR 390/​17, Rn. 18; vom 18.10.2016 – 3 StR 186/​16, Rn. 8; vom 27.09.2011 – 3 StR 255/​11, Rn. 6; und vom 10.11.2008 – 3 StR 433/​08, Rn. 4; Urtei­le vom 21.12 1983 – 2 StR 578/​83, BGHSt 32, 215, 218; und vom 20.11.2014 – 4 StR 153/​14, Rn. 5[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 27.02.2018 – 2 StR 390/​17, Rn. 15; und vom 16.08.2018 – 4 StR 200/​18, Rn. 6[]