Die feh­ler­haft gebil­de­te Gesamt­stra­fe – und die Straf­zu­mes­sung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Das bei allei­ni­ger Revi­si­on des Ange­klag­ten zu beach­ten­de ver­fah­rens­recht­li­che Ver­bot der refor­ma­tio in pei­us aus § 358 Abs. 2 Satz 1 StPO hat im Fal­le einer feh­ler­haf­ten nach­träg­li­chen Gesamt­stra­fen­bil­dung zur Fol­ge, dass dem Ange­klag­ten ein durch die feh­ler­haf­te Anwen­dung des § 55 StGB erlang­ter Vor­teil nicht mehr genom­men wer­den darf 1.

Die feh­ler­haft gebil­de­te Gesamt­stra­fe – und die Straf­zu­mes­sung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Hat eine aus Frei­heits­stra­fe und Geld­stra­fe gebil­de­te Gesamt­stra­fe kei­nen Bestand und wird nun­mehr auf bei­de Straf­ar­ten neben­ein­an­der erkannt, darf die Sum­me aus der Frei­heits­stra­fe und den Tages­sät­zen der Geld­stra­fe die frü­he­re Gesamt­frei­heits­stra­fe nicht über­stei­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Juli 2017 – 4 StR 102/​17

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.06.2016 – 4 StR 73/​16, Stra­Fo 2016, 348, 349; vom 11.02.1988 – 4 StR 516/​87, BGHSt 35, 208, 212; Urteil vom 03.11.1955 – 3 StR 369/​55, BGHSt 8, 203, 205[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 07.05.2013 – 4 StR 111/​13, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Nach­teil 14 mwN[]