Die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft – und das Adhä­si­ons­ver­fah­ren

Hatt allein die Staats­an­walt­schaft das land­ge­richt­li­che Urteil ange­foch­ten, ist im Revi­si­ons­ver­fah­ren über den zivil­recht­li­chen Anspruch nicht zu ver­han­deln [1].

Die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft – und das Adhä­si­ons­ver­fah­ren

Das Rechts­mit­tel der Staats­an­walt­schaft beein­flusst den zivil­recht­li­chen Teil des land­ge­richt­li­chen Urteils nicht; auch wenn auf die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft ein Urteil im Schuld- und Rechts­fol­gen­aus­spruch auf­ge­ho­ben und zurück­ver­wie­sen wird, bleibt eine mit der Ver­ur­tei­lung erfolg­te Ent­schei­dung über einen Adhä­si­ons­an­trag hier­von unbe­rührt [2].

Eine Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs über den Adhä­si­ons­an­trag käme über­haupt nur in Betracht, wenn der Bun­des­ge­richts­hof auf die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft in der Sache selbst ent­schei­den und den Ange­klag­ten inso­weit frei­spre­chen wür­de (vgl. § 406a Abs. 3 Satz 1 StPO) oder das Adhä­si­ons­ver­fah­ren etwa gemäß § 81 JGG unzu­läs­sig gewe­sen wäre [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Mai 2016 – 5 StR 456/​15

  1. KK-StPO/Za­beck, 7. Aufl., § 406a Rn. 3[]
  2. BGH, Urteil vom 28.11.2007 – 2 StR 477/​07, BGHSt 52, 96; Löwe/​Rosenberg/​Hilger, StPO, 26. Aufl., § 406a Rn. 15[]
  3. vgl. Hil­ger aaO Rn. 13, 18[]