Ein­be­zie­hung einer Bewäh­rungs­stra­fe in eine Gesamt­stra­fe – und die bereits bezahl­te Bewäh­rungs­auf­la­ge

Durch die Ein­be­zie­hung der frü­her ver­häng­ten Stra­fe gemäß § 55 Abs. 1 StGB in die nun­mehr ver­häng­te Gesamt­frei­heits­stra­fe ist die ursprüng­lich gewähr­te Straf­aus­set­zung zur Bewäh­rung ent­fal­len.

Ein­be­zie­hung einer Bewäh­rungs­stra­fe in eine Gesamt­stra­fe – und die bereits bezahl­te Bewäh­rungs­auf­la­ge

In der­ar­ti­gen Fäl­len ist gemäß § 58 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 56f Abs. 3 Satz 2 StGB ein gebo­te­ner Aus­gleich für die Nicht­erstat­tung erfüll­ter Auf­la­gen (vgl. § 58 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 56f Abs. 3 Satz 1 StGB) durch eine die Straf­voll­stre­ckung der Gesamt­frei­heits­stra­fe ver­kür­zen­de Anrech­nung zu bewir­ken.

Eine Berück­sich­ti­gung bei der Bemes­sung der Gesamt­frei­heits­stra­fe genügt regel­mä­ßig nicht 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Febru­ar 2017 – 1 StR 555/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 20.03.1990 – 1 StR 283/​89, BGHSt 36, 378, 381 ff.; vom 02.02.1994 – 3 StR 615/​93, BGHR StGB § 58 Abs. 2 Satz 2 Anrech­nung 3; vom 21.05.1996 – 4 StR 195/​96, NStZ-RR 1996, 291; vom 17.06.2004 – 1 StR 24/​04, BGHR StGB § 58 Abs. 2 Satz 2 Anrech­nung 4; und vom 18.02.2014 – 3 StR 442/​13, NStZ-RR 2014, 138 [nur Leit­satz][]