Erfolg­lo­se Rechts­mit­tel von Ange­klag­ten und Staats­an­walt­schaft – und die Kos­ten der Neben­kla­ge

Der aus­ge­blie­be­ne Erfolg der Revi­si­on des Ange­klag­ten begrün­det gemäß § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO sei­ne Pflicht, die Kos­ten sei­nes Rechts­mit­tels zu tra­gen. Die der Neben­klä­ge­rin im Revi­si­ons­ver­fah­ren ent­stan­de­nen not­wen­di­gen Aus­la­gen sind daher dem Ange­klag­ten auf der Grund­la­ge von § 473 Abs. 1 Satz 2 StPO auf­zu­er­le­gen.

Erfolg­lo­se Rechts­mit­tel von Ange­klag­ten und Staats­an­walt­schaft – und die Kos­ten der Neben­kla­ge

Dar­an ändert die Erfolg­lo­sig­keit der Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft nichts.

Zwar muss bei einer erfolg­lo­sen, aus­schließ­lich von der Staats­an­walt­schaft zuun­guns­ten des Ange­klag­ten ein­ge­leg­ten Revi­si­on die Neben­kla­ge die ihr im Revi­si­ons­ver­fah­ren erwach­se­nen Aus­la­gen selbst tra­gen 1.

Dem liegt ersicht­lich der Gedan­ke zugrun­de, dass der Staats­kas­se nicht die Aus­la­gen der Neben­kla­ge zur Last fal­len dür­fen 2. Die­se Erwä­gung greift jedoch nicht Platz, wenn auch der Ange­klag­te das Urteil erfolg­los mit dem Ziel ange­grif­fen hat, sei­ne Ver­ur­tei­lung (auch) wegen eines zur Neben­kla­ge berech­ti­gen­den Delikts zu besei­ti­gen.

Viel­mehr legen die Rechts­ge­dan­ken aus § 473 Abs. 1 Satz 2 und § 472 Abs. 1 Satz 1 StPO in einer sol­chen Kon­stel­la­ti­on nahe, die not­wen­di­gen Aus­la­gen der Neben­kla­ge im Revi­si­ons­ver­fah­ren dem Ange­klag­ten auf­zu­er­le­gen. Denn zum einen ist sein Rechts­mit­tel ohne Erfolg geblie­ben und zum ande­ren bewen­det es bei sei­ner Ver­ur­tei­lung wegen eines zur Neben­kla­ge berech­tig­ten Delikts.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. August 2017 – 1 StR 216/​17

  1. BGH, Urteil vom 29.09.2004 – 2 StR 178/​04 13 mwN; KK-StPO/Gieg aaO § 473 Rn. 11 eben­falls mwN[]
  2. KK-StPO/Gieg aaO § 473 Rn. 9[]
  3. KK-StPO/Za­beck, 7. Aufl., § 406a Rn. 3[]