Geset­zes­re­form – und das Tat­zeit­prin­zip

Gemäß § 2 Abs. 1 StGB fin­det das soge­nann­te Tat­zeit­prin­zip Anwen­dung, wonach sich die Stra­fe nach dem Gesetz bestimmt, wel­ches zur Zeit der Tat galt.

Geset­zes­re­form – und das Tat­zeit­prin­zip

Abwei­chend von die­sem Tat­zeit­prin­zip kann sich die Straf­bar­keit gemäß § 2 Abs. 3 StGB nach dem Meist­be­güns­ti­gungs­prin­zip bestim­men. Danach ist das mil­des­te Gesetz anzu­wen­den1, wenn sich die Geset­zes­la­ge seit der Been­di­gung der Tat geän­dert hat.

Dem ent­spricht es, dass der Schutz­zweck des Art. 103 Abs. 2 GG inso­weit auf die rück­wir­ken­de Anwen­dung neu­en mate­ri­el­len Rechts zuun­guns­ten des Täters beschränkt ist, wobei sowohl die rück­wir­ken­de Straf­be­grün­dung als auch die rück­wir­ken­de Straf­ver­schär­fung hier­von erfasst wird2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Juni 2017 – – 1 StR 458/​16

  1. vgl. hier­zu BGH, Beschluss vom 25.11.2014 – 5 StR 527/​14, wis­tra 2015, 99 mwN []
  2. BVerfG, Urteil vom 20.03.2002 – 2 BvR 794/​95, BVerfGE 105, 135 Rn. 67 ff.; Kam­mer­be­schluss vom 22.08.1994 – 2 BvR 1884/​93, NJW 1995, 315; Beschluss vom 26.02.1969 – 2 BvL 15/​68 Rn. 72, BVerfGE 25, 269, 284 ff. []